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Brigitte Fassbaender, regelmäßig am Frankfurter Opern-Studio mit Meisterkursen zu Gast. Foto: Richard-Strauss-Festival
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Brigitte Fassbaender, regelmäßig am Frankfurter Opern-Studio mit Meisterkursen zu Gast.

Oper Frankfurt

Meisterkurs mit Brigitte Fassbaender: Erlkönig und Knusperhexe

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Die Oper Frankfurt lässt in einen Meisterkurs mit der großen Brigitte Fassbaender blicken.

Wenn Brigitte Fassbaender um ein größeres A bittet, dann geschieht dies mit solcher Verbindlichkeit, dass man wirklich nichts lieber tun möchte, als es ihr sofort anzureichen. Andererseits braucht es dafür eine Vorstellung davon, was genau das in diesem Fall sein und vor allem, wie es hergestellt werden soll: ein größeres A. Während Menschen hier draußen noch überlegen (und froh sind, nicht in der Haut der jungen Sängerin zu stecken), singt Ekin Su Paker es aber schon.

Es ist das Erstaunlichste an dieser Stunde mit Brigitte Fassbaender und drei Mitgliedern des Frankfurter Opern-Studios, wie sich die Sängerinnen und Sänger untereinander verstehen. Auf einer Ebene, auf der es längst nicht mehr um schlichtes Handwerk geht. Die Gilda-Arie „Caro nome“ aus „Rigoletto“ wird von Ekin Su Paker erschütternd süß und kompetent vorgetragen, Fassbaender, die nicht ins Blaue hinein lobt, lässt das „herrliche Timbre“ nicht unerwähnt und fordert den Ausbau eines hohen Tons offenkundig nur, weil die türkische Sängerin die Höhe ja problemlos hat.

Meisterkurse: immer spannend, keineswegs immer für Zaungäste offen. Von einem zweitägigen Treffen mit Fassbaender an der Oper Frankfurt Ende Januar (scheußliches Wetter vorm Fenster des Ballettsaals) bietet das Haus einen Zusammenschnitt in der Reihe „Oper Frankfurt Zuhause“ an. Man schaut Fassbaender zu, wie sie Fingerspitzengefühl zeigt und doch eine klare Ansprache wählt. Nein, es ist nicht ideal, wenn der Erlkönig im „Erlkönig“ wie eine Knusperhexe klingt, andererseits gibt es da schon einen Zusammenhang. Rollenspiel im Kunstlied will Wirkung entfalten.

Immer wieder laufen Fassbaenders Anregungen auf ein Mehr oder Weniger hinaus. Die Balance zwischen dem Zuviel und dem Nicht-Genug, eine delikate Gratwanderung mit hörbaren Folgen, aber Brigitte Fassbaender hört es früher, und sie hört auch sofort, woran es liegt. Häufiger warnt sie vor einem Zuviel. Leichter singen, einfacher singen. Aber auch das ist ja ein Code. Von einfach kann hier keine Rede sein. Großartig, wie das schier Unmögliche aber doch sofort umgesetzt wird.

Im Gespräch gibt Fassbaender vorher Einblick in ihre Grundvorstellungen. Junge Stimmen, sagt sie, würden oft überfordert. Frauenstimmen mutierten bis Ende 20. Ein Bass gewinne erst mit Ende 40 seine volle Kraft. „Aber was macht er bis dahin?“ Zugleich, auch wenn es paradox klinge, wolle sie zum Risiko ermuntern, zum Risiko im Ausdruck.

Die Grundsituation: coronabedingt. Zwei Scheiben trennen die jeweils Singenden von Pianist und Mentorin. Zugleich ist die Stunde der Beweis dafür, dass es weitergeht, weitergehen wird.

Das Video ist via www.oper-frankfurt.de und auch auf Youtube noch zu sehen.

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