+
Matthias von Hartz organisiert in Berlin die "Foreign Affairs".

Griechenland

Matthias von Hartz nach Athen

Der deutsche Theatermann Matthias von Hartz plant das „Athens & Epidaurus Festival“ gemeinsam mit dem Griechen Vangelis Theodoropoulos. Die Bekanntgabe am Montag erregte einiges Aufsehen, nachdem es an griechischen Protesten gegen den zunächst engagierten Belgier Jan Fabre nicht gemangelt hatte.

Von Ulrich Seidler

Nicht ganz unkompliziert. So nennt Matthias von Hartz die Situation, in die er sich bringt, wenn er zusammen mit dem griechischen Theaterleiter Vangelis Theodoropoulos das „Athens & Epidaurus Festival“ übernimmt. Dies wurde am Pfingstmontag bei einer Pressekonferenz in Athen vor mehr als 400 Leuten bekanntgegeben.

Das enorme Interesse resultiert auch daraus, dass die beiden lediglich vier Wochen Zeit hatten, das Programm vorzubereiten. Denn eigentlich hatte der belgische Kunstgroßklotz Jan Fabre das Amt übernommen, trat aber im April nach Protesten zurück. Fabre wollte das erste Jahr ausschließlich der Kunst Belgiens widmen, voran der eigenen. Nicht unverständlich, dass die griechischen Künstler mit Unverständnis reagierten.

Nun sitzt also wieder ein Grieche auf einem der letzten handlungsfähigen Posten, die das finanziell ausgelaugte Land im Kultursektor zu bieten hat. Von Hartz ist für das Internationale zuständig. Das Festival mit einem Etat von vier Millionen Euro und beachtlichen Kasseneinnahmen an den antiken Großtheaterstätten hat unter Giorgos Loukos seit 2006 neue Strahlkraft bekommen, allerdings bei Anhäufung von 2,7 Millionen Euro Schulden.

Man braucht einen Retter

Unter dem finanziellen Druck sind die Konflikte aufgebrochen und benannt – jetzt braucht man einen Retter und passt seine Erwartungen an. Matthias von Hartz ist zwar Deutscher, aber als Kapitalismuskritiker gelabelt. Er ist bestens vernetzt, hat den nötigen kreativen Furor im Umgang mit Strukturen und jahrelange Praxis als Festivalkurator.

Seit vier Jahren leitet er das internationale Performancefestival der Berliner Festspiele, „Foreign Affairs“, dessen letzte Ausgabe er gerade vorbereitet. Im vergangenen Jahr kam hier Jan Fabres 24-Stunden-Show „Mount Olympus“ zur Premiere, die natürlich herrlich in die 12 000 Zuschauer fassenden Theaterruinen von Epidauros passen würde.

Es ist, sagt von Hartz nach der Pressekonferenz am Telefon, nicht der leichteste seiner Jobs, aber der mit dem besten Wetter.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion