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Das Staatstheater Darmstadt zeigt Graupners Pastorale „La costanza l’inganno“. Hier Cathrin Lange in Arkadien.
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Das Staatstheater Darmstadt zeigt Graupners Pastorale „La costanza l’inganno“. Hier Cathrin Lange in Arkadien.

Staatstheater

„La costanza l’inganno“ in Darmstadt: Sich einen Prinzen angeln

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Das kleine Schäferspiel „La costanza vince l’inganno“ in Darmstadt.

Naturgemäß will jeder nach Arkadien, wo es angenehm und entspannend ist und die Laune immer gut. Schon die Beschilderung für den Weg ist jedoch ganz unmöglich. Herzog Meleagro, der einnehmend blasierte Bariton David Pichlmaier, löst das Problem also autokratisch. Arkadien hat gefälligst zu ihm zu kommen, und irgendwie funktioniert das auch. Das ist kein Wunder. An Christoph Graupners reizendem Schäferspiel „La costanza vince l’inganno“, „Die Beständigkeit besiegt den Betrug“, werkelte auch der Auftraggeber persönlich mit, Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt.

Andererseits stellt sich Arkadien entsprechend prosaisch dar. Es sieht fast aus wie im Prinz-Georg-Garten, wo das Staatstheater Darmstadt eine seiner Außenstationen für die bezaubernde und vernünftige „Komm ins Offene“-Aktion eröffnet hat. Minimal invasiv begeben sich Produktionen in den (begrünten) Stadtraum. Wenn es regnet, kann schlichtweg nicht gespielt werden. Eine freundliche Männerstimme informiert vorab unter einer Telefonnummer, und wir haben sie nur bejahend kennengelernt. Auch die schöne, beherzte Idee muss einmal den Sieg davontragen.

Wald- und Wiesenwesen

In neckischen bunten Kostümen (Ausstattung: Monika Biegler) und vor apart gemischter Darmstädter Häuserkulisse tummeln sich Meleagro, nun incognito als Hirte Tirsis, und eine Schar aus Wald- und Wiesenwesen, Jana Baumeister, Lena Sutor-Wernich und Michael Pegher. Dazu eine feine Dame, die es ebenfalls aus Langeweile und Sehnsucht hierher verschlagen hat, Cathrin Lange. Paare finden sich teils lustvoll, teils mürrisch, teils gar nicht. Biegler und Regisseurin Magdalena Fuchsberger lassen sie zwischen echten Hecken und nützlichen unechten Zusätzen (wie Extensions im Frisiersalon, falls Sie das kennen) herumirren. Zwischen den Hecken gibt es Türmchen als Ausgucks.

Der Handlung ist dabei nicht leicht zu folgen. Dafür befindet man sich einmal ausschließlich im Hier und Jetzt. Lacht über Cathrin Lange beim Prinzlein-Angeln, schaut den Waldmenschen beim Fluchen über Liebe und Umweltverschmutzung zu. Quellen der Texteinsprengsel finden sich im Programmheft.

Hinten dirigiert Alessandro Quarta ein kleines fittes Orchester, dem die Affenhitze des Abends (weil es in echt eben nicht Arkadien ist) nichts anzuhaben scheint. Die Stimmen klingen ganz fein im Freien, aber angesichts dieser ebenso feinen Musik ist das perfekt. Es ist ohnehin perfekt, dieses feudalistisch frech herbeigezwungene Arkadien für alle, die eine Eintrittskarte haben.

Staatstheater Darmstadt im Prinz-Georg-Garten: 24.-27. Juni. www.staatstheater-darmstadt.de

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