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Staatstheater Mainz

Aus dem Krisengebiet

Schrecken und Unterhaltung: Falk Richters "Krieg der Bilder" am Staatstheater Mainz. Von Judith von Sternburg

Ironischerweise war Falk Richters "Krieg der Bilder" (2003) ursprünglich ein Hörstück. Bei der Mainzer Uraufführung für die Bühne verloren Regisseurin Maria Aberg und Ausstatterin Naomi Dawson das, wenn man so sagen darf, nicht aus dem Blick. Die hysterisch schnelle Aufführung bebildern sie mit Szenen aus einem Bürobetrieb, der schon selbst an einen Schauplatz aus dem Krisengebiet erinnert. Aber das Keuchen, Schimpfen, Strapazieren von Nerven und Gegenständen könnte auch in einem engagierten Hörfunkstudio stattfinden.

"Krieg der Bilder" dreht sich um Fotografen, die auf Kriegsberichterstattung spezialisiert sind. Im Mittelpunkt steht Laura, außen Geschäftsfrau, innen kurz vorm Zusammenbruch, beides macht Johanna Paliatsou in einer noch dazu atemberaubenden Geschwindigkeit deutlich. Um sie herum gibt es Zweifelnde und Zyniker, Harm- und Schlaflose und - fast der Schlimmste von allen - den Künstler Marco, Daniel Seniuk, der die Bilder für seine Arbeiten ausschlachtet. Vor lauter Stress wissen die Bilderbeschaffer nicht immer, wo sie sich befinden. Das sind natürlich Klischees, aber es steckt ein Kern Wahrheit darin, wie auch in Richters Fundamentalkritik: Die Bilder und die, die sie bestellen, die, die sie beischaffen, die, die sie abdrucken/senden, tragen längst selbst zur Verbreitung des Krieges bei. Allerdings geht es Richter und Aberg nicht darum, diesen Kern aus dem plakativen Handgemenge herauszuarbeiten. Es fehlt die Zeit nachzudenken, dem Publikum ebenso wie den Gehetzten auf der Bühne.

Und weil die Mainzer Schauspieler mit Verve hetzen, trägt "Krieg der Bilder" nicht zuletzt zu unserer Unterhaltung bei. Eventuell kann man in den Figuren übrigens auch das eigene Arbeitsleben, jenseits von Krieg und Sensationsgier, aber diesseits von Überforderung und einem Mangel an Übersicht, wiedererkennen.

Staatstheater Mainz, Tic: 30. Januar, 23. Februar. www.staatstheater-mainz.de

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