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Katharina Hintzen als Iris in Aki Kaurismäkis "Mädchen aus der Streichholzfabrik".
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Katharina Hintzen als Iris in Aki Kaurismäkis "Mädchen aus der Streichholzfabrik".

Staatstheater Darmstadt

Kaltes Land, Finnland

Auch wenn es Wahnsinn ist, das Schweigen von Kauriskmäki-Figuren auf die Bühne zu bringen: „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“ in den Darmstädter Kammerspielen.

Es ist selbstverständlich heller Wahnsinn, nein, heillos öde, die soziokulturell fundierte und naturgetreu ausgestattete Schweigsamkeit aus einem Aki-Kaurismäki-Film in die stilisierende Kunstwelt eines Theaterereignisses zu überführen. Dennoch: Wer das lähmende Schweigen in Julia Hölschers Inszenierung nach Kaurismäkis Film „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“ einigermaßen aushält, wird belohnt mit in die garstige Stille hineingeschalteten Spielszenen.

Katharina Hintzen als Iris verliebt sich beispielsweise in Julius Bornmann als Arne, der es nicht verdient hat, aber was soll sie machen. Die beiden tanzen ein Pas de deux der Verknalltheit und forcierten Leidenschaft und schon anstrengenden Umklammerung (ihrerseits). Das ist sicher hart für die Darsteller, aber für die Zuschauer sehr rührend.

Iris’ Eltern sind völlig indiskutabel, aber selbst Gabriele Drechsel und Gerd K. Wölfle finden nachher zu einem kleinen Tänzchen zusammen. Auch finnische Schweiger, Raucher und Erdnussknacker möchten ein bisschen Freude am Leben haben, es wenigstens ausprobieren. Drechsel lächelt, Wölfle kichert.

Auch Hintzen muss nicht viel machen, um ein überzeugendes Mädchen aus der Fabrik zu sein. Privat liest sie gerne Lore-Romane. Mit ihrem Bruder, dem verlorenen Sohn, Josia Krug, lutscht sie einen Lolli. Bei der Arbeit muss sie aufpassen, dass drei Teile an der Wand in der richtigen Abfolge aufleuchten.

Christina Mrosek hat auf der kargen Kammerspiel-Bühne insgesamt bloß eine Zahl Heizkörper verteilt. Einer besteht überhaupt nur aus Eis, wie sich zeigt. Kaltes Land, Finnland. Iris hat wirklich nicht viel Abwechslung im Leben, der Zuschauer in dieser Aufführung auch nicht. Das ist konsequent.

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