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Bei der Pyjama-Party
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Bei der Pyjama-Party

Komödie Frankfurt Golden Girls

Käsekuchen mit Pointen

  • VonKatja Sturm
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Im Fernsehen hatten sie jahrelang ein begeistertes Publikum: In der Frankfurter Komödie lästern nun die hier gar nicht so alten „Golden Girls“.

Jahrelang gönnten die „Golden Girls“ dem Fernsehpublikum heitere Einblicke ins Alltagsleben ihrer Vierer-WG. Jetzt hat Regisseur Helmuth Fuschl vier Episoden der US-amerikanischen Sitcom auf die Bühne der Frankfurter Komödie gebracht. Das ist kein leichtes Unterfangen, wie stets, wenn die Protagonisten dem größten Teil des Publikums so vertraut sind wie dies bei den vier rüstigen Damen aus Miami der Fall ist. Die Adaption von Autor Kristof Stößel, derer sich Fuschl bedient, wagt keine Experimente, hält sich textlich eng an die Drehbuchvorlagen.

Auch die Inszenierung erfindet Blanche, Dorothy, Rose und Sophia nicht neu. Wenn Anita Kupsch als die Älteste im Bunde, die Handtasche stets mit beiden Händen fest vor dem Körper umklammernd, frontal vor das Publikum tritt und mit ihren zynischen Bemerkungen für die größten Lacher sorgt, wenn Viktoria Brams als Blanche, von ihrer neuesten männlichen Errungenschaft beseelt, fast durch den Raum zu schweben scheint oder sich das Quartett zum gemütlichen Plausch bei Käsekuchen um den Küchentisch versammelt, dann zwingt sich der Vergleich mit den Bildern aus der Erinnerung regelrecht auf. Unterfüttert wird er durch die Titelmusik des Originals und das in seiner Anordnung diesem ebenfalls nachempfundenen, wenn auch in weniger zarte Farben gekleideten Bühnenbild von Thomas Pekny.

Meistens schadet das nicht, und viele Gags zünden sowieso, weil sich der Schlagfertigkeit und dem Wortwitz der schrägen Ladys oder – im Fall der gutmütigen Rose (Kerstin Fernström) auch deren scheinbar grenzenloser und deshalb so lustiger Naivität – nur schwer zu entziehen ist.

Zu jung geraten

Da lässt es sich verschmerzen, dass die Seniorinnen zu jung geraten sind. Wenn Dorothy allerdings in der Auftakt-Episode um Blanches Heiratspläne von der „alten Frau“ spricht, die ihr aus dem Spiegel entgegenblickt, irritiert das trotz aller Komik doch sehr. Auch sonst harmoniert Darstellerin Gudrun Gabriel am wenigsten mit ihrer Rolle, Sprache und Mimik wirken bei der gebürtigen Grazerin zu übertrieben. Ihre Pointen finden oft keinen großen Nachhall.

Der Abend beginnt dennoch vielversprechend, und Ex-Tatort-Kommissar Karl-Heinz von Hassel sorgt als Blanches windiger Heiratskandidat mit Mireille-Mathieu-Frisur für zusätzlichen Schwung. Alle Schauspieler – Wolff von Lindenau ergänzt in mehreren kleinen Rollen das Ensemble – agieren mit viel Spaß. Zahlreiche Kostümwechsel (verantwortlich: Kiki de Kock) in den kurzen, musikalisch passend gestalteten Pausen zwischen den Szenen sorgen für überraschende Auftritte der charakterlich so unterschiedlichen Hauptpersonen.

Allerdings gelingt es nicht, das Anfangsniveau zu halten, Passagen, in denen kein Funke überspringt, wie die mit dem missglückten Werbedreh für einen Pizza-Laden, häufen sich und führen zu Längen. Die Begeisterung des Publikums hält sich so am Ende der zweistündigen Premiere in Grenzen, doch der quirligen „Sophia“ Anita Kupsch gelingt es, den Applaus der müde gewordenen Zuschauer noch ein paarmal anschwellen zu lassen.

Komödie, Frankfurt: bis 2. November. www.diekomoedie.de

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