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Uwe Eric Laufenberg ist seit 2014 Intendant am Staatstheater Wiesbaden.
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Uwe Eric Laufenberg ist seit 2014 Intendant am Staatstheater Wiesbaden.

Staatstheater Wiesbaden

Intendant Laufenberg will am Staatstheater Wiesbaden nicht mehr verlängern: Das ziemlich laute Schweigen

Wiesbadens Intendant Uwe Eric Laufenberg hört nichts vom Ministerium und kündigt an, über 2023/24 hinaus nicht mehr verlängern zu wollen.

Der Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, wird seinen bis zum Ende der Spielzeit 2023/24 laufenden Vertrag nicht verlängern. Das hat Laufenberg in einem offenen Brief angekündigt.

In dem an Hessens Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) gerichteten Schreiben beklagt Laufenberg, dass es noch immer keine Gespräche über eine Verlängerung seiner Intendanz gegeben haben. Die hätten aber laut Vertrag seit Anfang des Monats geführt werden sollen. „Leider kam aus Ihrem Haus noch kein Signal. Ihr lautes Schweigen kann ich mir nur so erklären, dass Sie nicht reden wollen“, schreibt Laufenberg. Bis zum Ende der Vertragslaufzeit wolle er das Wiesbadener Staatstheater „selbstverständlich weiterhin verantwortungsbewusst und vertragsgerecht führen“. Die Ministerin verwies am Montag auf „einen Fehler in der Terminierung“, für den sie sich persönlich entschuldigt habe.

Mit dem Weggang Laufenbergs endet ein Verhältnis, das seit Längerem als angespannt galt. Uwe Eric Laufenberg deutet es in seinem Schreiben an. „Ich frage mich, ob die schiedsgerichtliche Bewertung der aus Ihrem Haus als Kräftemessen angelegten Abmahnung (die als ungültig festgestellt wurde!) insofern nachwirkt: Seit der Verkündung der Entscheidung habe ich von Ihrer Seite nichts mehr gehört. Das hätte ich anders erwartet.“

Laufenberg und das Ministerium für Wissenschaft und Kunst waren während der Corona-Pandemie im September 2020 über ein Hygienekonzept in Streit geraten. Das Staatstheater musste den Spielbetrieb kurzfristig einstellen und eine Premiere absagen. Die Ministerin kündigte damals an, den Vorgang und seine Konsequenzen prüfen zu wollen.

Der 1960 in Köln geborene Laufenberg leitet das Theater seit August 2014. Er ist ausgebildeter Schauspieler und arbeitet seit 1988 als Schauspiel- und Opernregisseur. Nach Intendanzen in Potsdam und an der Oper Köln kam er ans Staatstheater Wiesbaden. Die Oper Köln wurde 2012 unter Laufenbergs Leitung von der Fachkritik zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt.

In Wiesbaden ist Laufenberg nicht unumstritten. Unter anderem hatte das Personal vor der Corona-Pandemie Überlastung und Überforderung beklagt. Auch Laufenbergs „Solo-Diskurse“ während der Pandemie (auf www.staatstheater-wiesbaden.de zu finden) sorgten für Irritationen. Dass er Konflikten nicht aus dem Weg geht, mögen manche kritisieren. Andere sehen darin seine Stärke.

Mit dem Stück „Casino“ kam Wiesbadener Politik auf die Bühne. In der neuen Spielzeit, die gerade begonnen hat, widmet sich das Staatstheater mit dem Stück „Wuhan – Die Verwandlung“ der Corona-Pandemie. International für Schlagzeilen sorgte 2018 während der Wiesbaden Biennale eine überdimensionale goldene Erdogan-Statue, die die Stadt abbauen ließ, weil es wegen der Statue zu Tumulten gekommen war.

Das Staatstheater wird vom Land Hessen und der Stadt Wiesbaden getragen. Die wollte sich am Montag nicht zur Entscheidung Laufenbergs äußern.

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