Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Julia Penner in "Heute bin ich blond".
+
Julia Penner in "Heute bin ich blond".

Schauspiel Frankfurt

Heute lebt sie noch

Julia Penner nimmt sich am Schauspiel Frankfurt Sophie van der Staps "Heute bin ich blond" vor. Weniger als Perücken-Modenschau (wäre so vorhersehbar). Stattdessen hält Penner sich den Text auf Abstand.

Die Angst vor der Angst vor dem Tod ist groß genug, um Sophie van der Staps Buch "Heute bin ich blond" mit Scheu zu lesen. Es ist die Scheu der Leute, die noch gesund sind, vermutlich noch gesund sind. Vor einem Jahr erschien der schrecklich unterhaltsame Bestseller der jungen niederländischen Lungenkrebs-Überlebenden auch auf Deutsch.

Nun ist es als Solo von Julia Penner bei der Nachtschwärmer-Reihe im Schauspiel Frankfurt zu sehen und zu hören. Weniger als Perücken-Modenschau, ein Angebot, das der Text macht und auf das Regisseurin Mina Salehpour und ihr Dramaturg Marcel Luxinger glücklicherweise nicht eingehen (es wäre so vorhersehbar). Stattdessen hält Penner sich den Text auf Abstand.

Es ist, als würde die Autorin selbst bei einer Lesung sitzen - mit Manuskript und Mikro - und zwischendurch abschweifen. Kurz nutzt sie die Weite des Foyer-Raums, um sich dann, gemeinsam mit dem Licht, wieder auf ihren Tisch zu konzentrieren. Natürlich setzt sie sich auch Perücken auf, wird zur Rostrotgelockten, zur Bob-Blondine. Die vielen Schachteln und Tüten aber, die sie vom Einkaufsbummel mitbringt (Ausstattung: Anna Dischkow), sind krankenhausweiß und bis auf ebenso weißes, zur Abfederung beigegebenes Papier leer - ein untypisch deutliches Bild in einer ansonsten schwebenden Inszenierung. Dass Sophie bedingungslos zum Überleben entschlossen ist, macht Penner mit verblüffender innerer Energie deutlich. Sie zeigt einen Menschen, dem es sehr schwer fällt, unglücklich zu sein.

Während Sophie im Zuge der Chemotherapie ihre Haare verliert, stülpt sich Penner für ein Weilchen symbolisch ein fleischfarbenes Haarnetz über. So tut "Heute bin ich blond" im Theater nicht einmal so, als könnte es nachstellen, was hier geschildert wird.

Schauspiel Frankfurt: 9., 27. April. www.schauspielfrankfurt.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare