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Szene aus „Tie Me Knot“.
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Szene aus „Tie Me Knot“.

Studio Naxos

Hauptsache, sie tun es langsam

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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„Tie Me Knot“ von Dorfproduct in der Naxoshalle.

Während des Frühjahrs-Lockdowns gehörte „Dorfproduct“ zu den freien Gruppen, die mit einem Video ein Lebenszeichen von sich gaben. „Annäherung an die Zärtlichkeit“ war still und komponiert wie ein Gemälde, der gezeigte Ausschnitt der Naxoshalle veränderte sich nicht, zwei Frauen bewegten sich in diesem Rahmen ausschließlich in Zeitlupe. Letzteres haben Simon Möllendorf (Idee, Konzept, Regie) und Caroline Rohmer (Idee, Konzept) beibehalten in „Tie Me Knot“, das nun im Rahmen der „Sumpffestspiele“ in der Naxoshalle Premiere hatte. Aber was im Film durch seine Strenge einen Reiz hatte, ermüdet auf die deutlich längere Live-Strecke erheblich.

Zunächst wird, mit fünf Performerinnen und Performern, dasselbe Über-den-Boden-Schieben zelebriert. Dann bleiben zwei, die nur mitbewegt wurden, liegen, während die anderen drei einen Wohnwagen betreten. Mal steigen sie aufs Dach und erzeugen dort mit Dosen, Schalen, Windspiel Geräusche (Musik: Tobias Hagedorn), die irgendwie sumpfig wirken sollen. Mal schlüpfen sie wieder ins Wageninnere. Mal überträgt eine Kamera ihr langsames Schreiten durch den Sumpf. Mal kommen sie (langsam!) wieder vor den Wohnwagen, setzen sich, schauen auf das Video, wo nun die anderen beiden durchs Bild gehen. Oder auch nicht.

Ein rätselhaftes Ritual

„Dorfproduct“, so schreibt die Gruppe über sich, „arbeitet an reduzierten, ritualisierten Vorgängen und Bewegungsstudien“. Tatsächlich wirkt „Tie Me Knot“ wie ein einziges rätselhaftes Ritual, zu dessen Ende das Publikum sich übrigens auch durch die Halle bewegen soll, vorbei an Matschschichtungen und einem Wassergraben hin zu einem symbolischen Lagerfeuer der Performer.

Aber das Prinzip Zeitlupe nutzt sich ab, wird zum bloßen Raunen, zur Bedeutungshuberei. Und langweilt nur noch, wenn der zusätzliche Filter eines unscharfen, dunklen Films einen minutenlang auf praktisch – nichts starren lässt. So dass man begreift, dass bis zuletzt keine Tempoveränderung, kein weiteres Element wie Text oder anders gefärbtes Bewegungsmaterial vorgesehen ist.

Fenster der Naxoshalle sind geöffnet, ab und zu sieht man draußen einen Menschen, schnellen Schrittes oder auf dem Rad. Simple Tätigkeiten, die plötzlich reizvoll erscheinen.

Studio Naxos , Frankfurt: Sumpffestspiele noch bis 8. August. www.studionaxos.de

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