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Jürgen Holtz im blutig roten Morgenrock, 2010 als Salzburger Kreon.
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Jürgen Holtz im blutig roten Morgenrock, 2010 als Salzburger Kreon.

Jürgen Holtz

Die Gründe werden nicht weniger

Der großartige Schauspieler Jürgen Holtz erhält den Konrad-Wolf-Preis. Am 17. November wird er, einst der berühmte Motzki, in Berlin wieder Gelegenheit haben, gegen die weiterhin unverbesserte Welt zu wettern.

Von Ulrich Seidler

Ruhm und Ehre Jürgen Holtz, der mit dem Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste in Berlin ausgezeichnet wird! „Jürgen Holtz ist ein Kollege, der mit der Fähigkeit versehen ist, seine ganz persönliche Auffassung von der Figur auch radikal persönlich beizubehalten“, heißt es in der Begründung. Ob sie es wagten, dabei an Holtz’ Fernseh-Rolle Motzki zu denken?

Ruhm und Ehre auch der Jury – Jutta Wachowiak, Christian Grashof und Ulrich Matthes –, die die Verdienste dieses seltenen Schauspielkünstlers zu feiern weiß!

Ruhm und Ehre nicht zuletzt der Akademie, die „genug Arsch in der Hose hat“ (ein aus vielen Zusammenhängen gerissenes Zitat des Gewürdigten), Jürgen Holtz nach der Preisrede, mit der er sich im Mai 2013 im Festspielhaus für den Theaterpreis Berlin bedankte, wieder eine Bühne und das Wort zu überlassen.

Das war ein mit Weltverbesserungsfuror ins honoratiorenbesetzte Parkett geblasenes Donnerwetter! Wochenlang hat er an der Rede gefeilt, dass er auch nichts vergisst, was ihm an den Zuständen in der Kunst, in der Stadt, in der Welt gegen den Strich geht! Keiner im Saale, der nichts abgekriegt hätte!

Am 17. November um 19 Uhr bekommt er also eine weitere Donner-Gelegenheit. Vielleicht wird er wieder einen weißen Anzug tragen und den Witz von der Riesenkugel voll Scheiße bringen, die ein angehender Zirkusartist zum Platzen bringen möchte.

„Aber dann ist doch das ganze Publikum besudelt!“, wendet der Zirkusdirektor ein.

„Ja“, antwortet der Kugelmann, und das Herz wird einem warm, wenn man an das unermessliche Grinsen denkt, das an dieser Stelle den unermesslichen Zorn aus Holtzens Gesicht wischt. „Ja. Und dann komme ich. Ganz in Weiß.“

Also war es im Mai 2013. Und indem die Welt die Frechheit besaß, sich seit jenem Tag kein Stück zu verbessern, möge im November eine Kugel platzen. Der Eintritt ist frei.

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