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Gehen und Drehen, unermüdlich: Szene aus „Gran Bolero“.
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Gehen und Drehen, unermüdlich: Szene aus „Gran Bolero“.

Tanz

„Gran Bolero“ in Darmstadt: Sich freudig davontragen lassen

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Jesús Rubio Gamos intensive Choreografie „Gran Bolero“ im Staatstheater Darmstadt.

Der Spanier Jesús Rubio Gamo hat sich zuerst mit der etwa 15-minütigen Originalkomposition des „Boléro“ von Ravel beschäftigt. Im Laufe der choreografischen Arbeit aber wollte er wissen: „Wie erneuerst du deine Liebe zum Tanz, wenn du das Tanzen schon satt hast?“ Und tat sich also mit dem Komponisten José Pablo Polo zusammen, der eine 50-minütige Musikversion erstellte. Nun wirken die zwölf Tänzerinnen und Tänzer, die diesen „Gran Bolero“ beim Gastspiel im Großen Haus des Darmstädter Staatstheaters tanzen, wirklich nicht, als ob sie die intensive Choreografie zwischendurch satt hätten. Aber das Stück ist zweifellos eine Kraftanstrengung, ein Perpetuum mobile, das erstmal in Bewegung gehalten werden will.

Wie ein präzises Uhrwerk

Man kann auch an ein Uhrwerk denken, denn das Ensemble marschiert im Kreis, marschiert eine Weile, ehe einzelne Tänzerinnen und Tänzer ausscheren, einen Partner am Arm fassen zu einem winzigen Duo, sich dann wieder nahtlos einreihen, während bereits eine Kollegin, ein Kollegin nun aus der Gruppe treten bzw. laufen. Das wirkt zufällig, als fiele den Akteuren just ein, dass sie ein paar Schritte außerhalb der Schar machen wollen. Aber natürlich muss alles auf den Punkt genau klappen, besonders die Rückkehr in die Gruppe.

Auch die kurzen Bewegungssequenzen, mit der sich zuerst einzelne, dann zunehmend auch mehrere Tänzerinnen und Tänzer selbstständig machen, scheinen zunächst beiläufig entstanden. Aber immer deutlicher schälen sich Motive heraus, die gerade im Zusammenklang mit der sich so furios steigernden Musik einleuchten. Das sind ekstatisch nach oben gereckte, geworfene Arme. Das vehemente Anspringen eines anderen Tänzers, der die Kollegin oder den Kollegen zusätzlich hochstemmt. Das Herumwirbeln einer Tänzerin in diversen Positionen, beileibe kein Kinderspiel. Das schnelle Ziehen eines anderen über den Boden.

Von der ersten Minute an, aber immer stärker kommt Energie über die Rampe. Irgendwann bemerkt man, dass einige schon ihre Jacken ausgezogen haben, es folgen ein paar Oberteile, es folgen Hosen, bis zwei, drei Akteure nackt sind. Spontan, impulsiv wirkt auch das, als wäre ihnen halt zu heiß geworden.

„Gran Bolero“ zeigt Menschen, die sich davontragen lassen von der Musik, vom Spaß, den sie miteinander haben, von Begehren auch. Abstand? Im Publikum muss er nun wieder gehalten werden zwischen Haushalten, aber wenigstens gibt es auf der Bühne ein furioses Fest.

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