Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das Frankfurter Schauspielhaus auf einer Postkarte um 1905. dpa/pa
+
Das Frankfurter Schauspielhaus auf einer Postkarte um 1905. dpa/pa

Theater

Falsches Versprechen, vorgetäuschter Trost

  • Christian Thomas
    vonChristian Thomas
    schließen

Ewiggestrigen ist es bitter ernst: Ausgerechnet die Gründerzeit soll Vorbild sein für ein Schauspielhaus in Frankfurt

Zum Auftakt des neuen Jahrhunderts, um 1900, war der Zeitpunkt gekommen, als dem Zeitgeist nach Auffälligem zumute war. In diesem Fall aber und allerdings schon 1902 nicht nach Aufbruch.

Folglich um zwei, drei Jahrzehnte sollte beim Bau des Frankfurter Schauspielhauses die Zeit zurückgedreht werden, auf etwa 1870. So wie in diesen Tagen auch, diesmal um zwölf Jahrzehnte, kein Scherz. Denn Aktivisten und Aktivistinnen wünschen, nicht wahr, ein altes Gebäude wiederzuhaben. Oder doch wenigstens eines, das auf alt macht, so wie bereits zu Kaisers Zeiten. Mit einer kolossalen Kuppel, aufgesetzt dem Bühnenturm. Dem war sie nicht direkt aufgepflanzt wie eine Preußenhaube, aber als eine Dachhaube à la Reichstagsgebäude doch schon.

So möchte es eine Frankfurter Aktionsgemeinschaft wiederhaben, keine Satire. Tatsächlich ein Theater mit einer Auffahrt. Karossen damals, Karossen zukünftig, unter einem Portal aus Säule und Pfeiler, unter einem Balkon. Beides unter einem monumentalen Giebel.

So wünscht es eine Initiative, die es dabei nicht bewenden lassen möchte, deshalb nennt sie sich Aktionsgemeinschaft, „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt“. Sie sagt folgendes: „Frankfurt braucht neben seinen Monumenten der Gründerzeit wie Alte Oper, Hauptbahnhof und Festhalle wieder sein viertes, großes Juwel, das alte Schauspielhaus zurück.“ Frankfurt braucht? Wer so wie die „Aktionsgemeinschaft “ spricht, begehrt offenbar, in der Frankfurter Theaterdebatte Regie zu führen.

Sie geht dabei nicht etwa nur höflich vor, gesittet oder gar zivilisiert. Ein Mitglied musste aus dem Vorstand relegiert werden. Das hat damit zu tun, dass es gegen Andersdenkende gewalttätig wurde. In wessen Namen, im Namen der Gründerzeit? Im Namen einer sprechenden Architektur? Im Namen eines „Jugendstilbauwerks“, von dem die Aktionsgemeinschaft spricht.

Jugendstil hört sich zupackend an, weiterhin jung und frisch. Doch trotz einiger, sehr weniger moderner Elemente an diesem Bauwerk, war die Architekturmoderne wahrhaftig was anderes. Mit dem Aufbruch wie etwa in Darmstadt, auf der Mathildenhöhe, hatte Frankfurts Theater rein gar nichts zu tun. Ebenso wenig wie in Frankfurt selbst, wo ausgerechnet das Albert-Schumann-Theater, das berühmte Schumanns, gegenüber von Frankfurts Hauptbahnhof entstand, gar nicht altbacken. Mit seinem geschwungenen Giebelfeld wies es in die Zukunft, anders als der gewichtige Giebel nach Art der griechischen Antike über dem Schauspielhaus. Auch hatte Frankfurts Theater, das Heinrich Seeling erdacht hatte, so gar nichts Originelles, es repräsentierte, weil ihm an Repräsentation gelegen war, einen Epigonalstil, es imitierte Architekturstile. Der Wille zum Nachgemachten bekannte sich zum Zuviel, zum Überladenen.

Anliegen war dabei nicht etwa die kühle Strenge des Klassizismus, der im Frankfurt des 19. Jahrhunderts eine beträchtliche Tradition hatte. Was mit Frankfurts Theater entstand, war eine Absage an dieses Erbe in der Stadt, an den bekannten Frankfurter Klassizismus. Alles an dem Neo war überhaupt nicht neu, so wenig modern wie authentisch alt. In einem schon etwas älteren Standardwerk über „Ingenieurbaukunst in Frankfurt am Main von 1806–1914“, einem Buch Volker Rödels, wird es als ein solcher Ingenieurbau geführt. Hinterm ungeheuren Fassadenaufwand versteckt eine hochmoderne Konstruktion. Camouflage? Auch das.

Die nun möchte eine Initiative in Frankfurt aufleben lassen, aber sicher doch: „Die bei den Frankfurtern ungeliebte Glaskiste der städtischen Bühnen wurde 1963 erbaut. Das Gebäude strahlt eine unbehagliche Strenge aus und schließt sich nach außen ab.“ Man maßt sich an, im Namen der Tradition zu sprechen, und kann sich nicht einmal ermannen, die „städtischen“ Bühnen groß zu schreiben, über die man die Behauptung in die Welt setzt, deren Fassade sei „ungeliebt“. Oder eher unbeliebt? Auch schließe sie sich nach außen ab – was sie nicht tut. Denn das tut sie von außen, während sie von innen ihre – Fachjargon jetzt – enormen Potenziale entfaltet, hinein in den Stadtraum. Ein Zitat, zwei nicht haltbare Behauptungen, bereits empirisch nicht. Wie aber will man einer Initiative, die schon in diesen Dingen mit Unbewiesenem arbeitet, Glauben schenken, wenn sie erklärt, ein Wiederaufbau nach ihren Vorstellungen koste einen Bruchteil der von der Stadt Frankfurt kalkulierten Summe für einen Neubau?

Blendende Voraussetzungen, um ernst genommen zu werden bei einem Plädoyer für ein Remake und Comeback nach historischem Vorbild. Dazu soll auf dem Dachfirst über dem Theatereingangstrakt eine geflügelte Sphinx gehören, das Publikum des 21. Jahrhunderts fixierend, zugleich in die Ferne ausschweifend – an Griechenland gemahnend.

Die griechische Antike war an Frankfurts Theaterbau ungemein präsent, so bei der Bekrönung der beiden Fronttürme durch zwei Schwäne. Nach griechischem Vorbild sollten sie Reinheit und Schönheit repräsentieren. Noch auffälliger ganz gewiss die Thalia auf der Panther-Quadriga über dem Zentralgiebel. Die Thalia? Die Muse der Dichtung und Unterhaltung, Beschützerin der Theaterbauten, Göttin der Anmut, aber auch die Verkörperung der Üppigkeit.

Wer lesen konnte, las. Erkannte im Giebelfeld des Eingangs die Figuren des Bildhauers Augusto Varnesi, erkannte die Reliefdarstellungen von Tragödie und Komödie. Erkannte an den Seitentrakten die dekorierenden Verkörperungen von Dichtung und Rhetorik. Wer gebildet war, dem sprangen die Monumentalbüsten von Goethe und Schiller ins Auge. Schon deswegen kann man Frankfurts seinerzeitiges Theater nicht mit dem Zweckbau der Zeit vergleichen, mit einem Wasserturm, einer Gasanstalt, so hochspannend deren Bauweise. Kein Vergleich mit Palmengarten, Viehmarkthalle oder Fabrik – und doch teilte das Schauspielhaus im Kern längst deren Konstruktionsprinzipien. Architektur um 1900 war Ingenieursbaukunst, nicht bei jedem repräsentativen Bauwerk im Reich, aber bei zahllosen Gerichten, Museen, Konzerthallen, beim Postamt oder Rathaus, beim Gymnasium oder bei der Bibliothek.

Nicht anders als bei Frankfurts Opernhaus, von 1873 bis 1880 zunächst nach Plänen von Richard Lucae errichtet, nach dessen Tod ab 1877 von den Regierungsbauräten J.A. Becker und E. Giesenberg vollendet. Ein Schwelgen in Dekor, vorgeblendet einer hochmodernen Konstruktion. Umso erstaunlicher, dass sich die Initiative auf Authentizität beruft, allerdings unter Missachtung der Tatsachen.

Denn man sagt nichts umwerfend Neues, wenn man festhält, dass Gründerzeitarchitektur gebautes Imitat war, sie war es zur Hochgründerzeit, von etwa 1860 an, erst recht seit der Spätgründerzeit ab 1895, bis 1918 dann. Es gibt in der Architekturgeschichte keine so unselbstständige Epoche wie diese Ära der Nachahmung, des Surrogats.

Nichts Schöpferisches bereits an der Schaufront der Frankfurter Schauspielfassade. Mit Vorbau, Balkon und antikisierendem Gebälk erhob sie sich monumental. Beeindruckend oder einschüchternd? Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen – die Ironie aus Goethes „Faust“ wurde zum hohlen Prunk. Überhaupt das Zitat. In jedem besseren Bürgerhaushalt, in Literaturgeschichten wurde es statistisch nachgewiesen, stand Büchmanns „Geflügelte Worte“, der klassische Zitatenschatz. Ein Reservoir zum Renommieren, zum Prahlen und banausischen Zitieren.

Auch Architektur, so ist es immer wieder beschrieben worden, sollte sprechend sein. Und der Zitataufwand an Frankfurts Theater – so geht einem mit einem Male auf – war so etwas wie eine Fassade der geflügelten Worte, allerdings nicht „gefrorene Musik“ (der Frankfurter Schopenhauer), sondern hohl tönendes Pathos.

Ein ausgesprochen konservativer Historiker und bekennender Bürger wie Thomas Nipperdey (1927-1992) hat es in seiner „Deutschen Geschichte 1866 bis 1918“ illusionslos beschrieben: wie Bildungsgut in Bildungshuberei umschlug, wie die Zitatwut sich dem „epigonalen Verschleiß“ hingab, wie „trivialer Idealismus“ und „prätentiöse Banalität“ sich in den Vordergrund drängten, wie „inflationäre Gefühle“ und „inflationäre Worthülsen“ die Geselligkeit prägten – das Theaterpausengespräch. In diesem Zusammenhang: Wenn die Aktionsgemeinschaft Heinrich Seeling (1852– 1932) zum „Star-Architekten“ befördert, hängt sie einem Baumeister aus der damals dritten Reihe nachträglich einen Orden an.

Alles an Seelings Gebäude war ein Zuviel. Die beiden Türme des Bildungstempels so stämmig wie Wehrtürme. Allein die drei Laibungen, nicht so schmal, aber so tief wie Schießscharten, waren nicht nur von wuchtiger Tiefe, sondern dräuender Dramatik. Frankfurt sah bei der Eröffnung seines Schauspielhauses zu einem Prestigebau auf, in dem sich vor allem ein Bürger der Stadt wiedererkennen konnte: der Parvenü. Und der fuhr nicht mit einem Pegasus vor, aber doch, ein geflügeltes Wort damals in Frankfurt, vierspännig.

Ein Bauwerk als Reflex auf eine „Renommage mit durch Geld erworbener Fürstlichkeit“, wie Richard Hamann und Jost Hermand in ihrem Standardwerk über die Gründerzeit deren Prunksucht genannt haben. Dabei war das Haus kein „wilhelminischer“ Bau, denn des Kaisers Lieblingsstil war die Neo-Romanik, die er gar zum Reichsstil proklamieren wollte. Die angestrebte Omnipräsenz schlug zwar fehl, auch wenn sich die Baupolitik des Kaisers an prominenter Stelle niederschlug, etwa in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin – mehr noch aber in der Provinz, in Pfalzen und Burgen, bewusst entlang der Grenze zu Frankreich. Frontstellung durch Architektur.

Dass man sich so intensiv mit dem Frankfurter Begehren nach Neo-Renaissance beschäftigen muss, hat damit zu tun, dass hinter der sentimentalen architekturhistorischen Initiative eine geschichtspolitische Attacke steht. Mehr noch, das herrische Auftreten dieser „Spielart“ von Theaterarchitektur der Gründerzeit entspricht deren autoritärem Weltbild. Man mache sich nichts vor: Damit, dass die Anhänger einer solchen Weltanschauung bloß ihr Theater wiederhaben wollen, dürfte es am heutigen Willy-Brandt-Platz kein Bewenden haben. Wer dermaßen geschichtsklitternd drauf ist, sehnt sich bereits nach einem Kaiser-Wilhelm-II.-Platz.

Bemerkenswert, dass mit Blick auf das Haus, alte Pläne, alte Fotos, immer wieder von Jugendstilelementen gesprochen wird. Tatsächlich sind es zwei, die benannt werden, einmal der Brunnen, neben dem Theater, zudem das Foyer, ganz offensichtlich Jugendstil. Es stellt sich die Frage, ob Gründerzeit überhaupt ein Stilbegriff ist, so wie Jugendstil, und nicht nur ein Epochenbegriff. Doch möchten Ideologen zwischen Stilfragen und Epochenfragen zu unterscheiden wissen? „Jugendstil“ ist für die Frankfurter Ideologen, auf der Suche nach Stimmenfang, nur ein PR-Begriff.

Bei aller reaktionären Rührigkeit spricht die Initiative allerdings einen wunden Punkt an, er betrifft den Umgang Frankfurts mit seiner Architekturtradition. Die Stadt hat im Namen der Moderne allein zwei Theaterbauten, die nicht etwa als Ruinen daniederlagen, zum Verschwinden gebracht, das erwähnte „Schumanns“ gegenüber vom Hauptbahnhof – ein brutaler Akt der Geschichtsvergessenheit. Nicht anders der Umgang mit der noch vorhandenen Bausubstanz des Stadttheaters, ebenfalls in den 1950er Jahren. Schließlich wurde Teilen der historischen Theaterfront, Fotos dokumentieren das, die heute bekannte Fassade vorgehängt – mit all ihren Mängeln.

Es lässt sich gerade über die Fassade der jetzigen Frankfurter Theaterdoppelanlage einiges sagen. Man kann unbeirrt daran festhalten, dass es sich um eine gläserne Vorhangfassade handelt, die einer demokratischen Aufbruchstimmung Ausdruck verleihen wollte. Dass es sich, wie ständig und stur behauptet, um eine transparente Fassade handele, kann man nicht behaupten, sobald man nur hinsieht, von außen. Ob tagsüber bei trübem Wetter – eine dann dunkle Höhle. Oder bei Sonnenschein – dann eine spiegelnde Fläche. Die Fassade funktioniert nur, sobald sie von innen beleuchtet wird. Dann entwickelt das Foyer seinen Reiz, vom Straßenniveau darf man aufschauen, so ist es gedacht. Darf man anhimmeln das „Wolkenfoyer“. Erst recht von innen nach außen ist das Hochfoyer ein besonderer Raum, Bewegungsspielraum der Neugier und der Eitelkeiten, Bühne der Selbstdarstellung, nicht zuletzt ein grandioser Zuschauerraum mit Blick auf Frankfurt.

Die neutrale Glashülle der Moderne bedeutete 1963 insofern einen auch sozialen Fortschritt, weil sie anstelle der prunkenden Fassade der Gründerzeit, in der der Anspruch des Bürgertums seinen Ausdruck fand, immerhin Bildungsangebote auch an andere Klassen und Schichten machte. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings, dass sich der spezielle Frankfurter Modernefuror ebenfalls beim Schauspielhaus rücksichtslos zeigte, wie später auch der Postmodernefuror (über den Fundamenten des jüdischen Gettos), oder der Dekonstruktionsfuror (etwa bei der Großmarkthalle).

Die Städtischen Bühnen sind ein vielfach geschundener Baukörper, ein vernarbtes Ensemble. Die Fassade zum Willy-Brandt-Platz hin kann nicht über die Niveauunterschiede des gesamten Baukörpers hinwegtäuschen. Im Verwaltungstrakt des Schauspielhauses ist das Haus geradezu ein Parcours, ein Hindernis aus verwinkelten Fluren, Versprüngen, rechts, links, treppauf, treppab. Zu dem einen oder anderen Fenster hinaus geht der Blick – auf Rudimente der alten Gründerzeitfassade, die jetzt einen Innenraum bilden, krass.

Sprechen die Reste und Rudimente, darunter die Panther-Quadriga, die heute das Gebäude der Alten Oper krönt, oder das Jugendstiltreppenhaus für eine Rekonstruktion? Eine monumentale Rekonstruktion, nein, monumentale Kompensation durch Nagelneubauten hat sich Frankfurt mit seiner Altstadt geleistet. Wiedergutmachung auch in diesem Fall? Warum erweist sich das Vorhaben als so dringlich? Weil die Verehrerinnen und Verehrer so tun, als verspreche ein Gründerzeitbauwerk so etwas wie Versöhnung, ja Erlösung. In die geschichtspolitische Mission ist eine sakrale Dimension eingegangen, ein kulturelles Trostversprechen. Auch diese Aktionsgemeinschaft wird angespornt von dem Identitätsversprechen einer architektonischen Bürgerwehr. Wäre es anders, musste man nicht auch erwähnen, dass die Architektur der Gründerzeit nicht erst seit gestern als „unehrlich“ gilt.

Dennoch richten sich die artikulierten Sehnsüchte fadengenau auf fadenscheinigen Prunk und dräuendes Pathos. Emsig hat die Aktionsgemeinschaft in den letzten Monaten Unterschriften gesammelt, um gleichzeitig mit der Kommunalwahl am 14. März ein Bürgerbegehren zu initiieren. Noch geht es der trivialen Empfindung um Fassadenfragen. Nur darum? Sollen im Foyer Gipsbüsten von Goethe und Schiller neben den Allegorien von Komödie und Tragödie ein Spalier oder Halbrund bilden? Angesichts des Furors der Aktivistinnen und Ideologen muss man für die Innenwelten fürchten. Für die mentale ebenso wie das Interieur. Und als nächster Schritt dann ein nationaler Spielplan?

Gründerzeit, ein letztes (Gegen-)Argument. Sie war eine Zeit der „Wut“, in Parks, auf Plätzen eine Ära der „Denkmalswut“. Trambahnhaltestellen wurden nach Denkmälern benannt. Der Denkmalkult bedeutete Kampfansage und Verklärung. Mit dem, was die Aktionsgemeinschaft vorhat, soll einer Ära ein Denkmal gesetzt werden, die als „gute alte Zeit“ bezeichnet wurde. Eine Verklärung, immer schon, unsäglich trivial, kulturhistorisch fatal, gesellschaftspolitisch unverantwortlich, im Grunde unglaublich.

Die heutige Theateranlage. Rolf Oeser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare