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Sebastian Kuschmann und Anna Kubin in „Eternal Peace“.
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Sebastian Kuschmann und Anna Kubin in „Eternal Peace“.

Schauspiel Frankfurt

„Eternal Peace“: Kultische Handlungen

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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„Eternal Peace“, nun live in den Frankfurter Kammerspielen.

Die Lage ist unübersichtlich. Wir schreiben das Jahr 2114, nach den Klimakriegen scheint kaum noch jemand übrig außer einigen auf unbestimmte Weise fortschrittlichen Menschen in (unter?) Grönland. Es gab eine „posthumanistische Wende“: keine Ausbeutung, kein Antasten der Natur mehr ist erlaubt, nicht mal, um sie zu „verbessern“. Und gleich hinter Frankfurt beginnt die europäische Wüste. Ein Mister Hogan Dundee rückt seinen Gürtel über der Lederhose zurecht, setzt den Hut auf (Kostüme: Julia Wassner) und führt gern in diese Wastelands zu den Wilden. Ein Herr Brandt träumt und muss sich einer mentaldynamischen Evaluation unterziehen. Und Zehr ist verschwunden, die herausfinden sollte, ob sich die Umgebung zur Rezivilisierung eignet. Sie scheint dann gleich mal eine wunderbar nützliche Pflanze gezüchtet zu haben. Ist aber illegal.

Hohes Verwirrungsniveau

„Eternal Peace“, eine Stückentwicklung fürs Frankfurter Schauspiel von Alexander Eisenach, gibt es schon als kleine Videoserie (siehe FR vom 21. Januar) und nun, da die Theater offen sind, in auf hohem Diskurs- und Verwirrungsniveau Spaß machenden 80 Minuten live in den Kammerspielen. Eisenachs „Eternal Peace“ funktioniert wie der von Dietmar Dath im Programmheft beschriebene Science-Fiction-Film „Primer“: Man verliert bald völlig „den Faden und trotzdem nicht das Vertrauen zu diesem geheimen Abkommen mit dem Regissseur, das davon ausgeht, unter und in all dem ist eine Geschichte“. Man versteht sie nicht; aber einiges bleibt hängen, Scharfsinniges, Kluges, Trauriges, Witziges.

Fenna Benetz, Caroline Dietrich, Heidi Ecks, Anna Kubin, Sabastian Kuschmann und Christoph Pütthoff bespielen eine vage raumschiffartige Bühne (Daniel Wollenzin), Benetz und Kubin (diese als draufgängerische Zehr) werden zwischendurch aus den Katakomben des Schauspiels zugeschaltet, wo sie Anzeichen (Schalter, Schilder, Wandmalereien) für einstige kultische Handlungen finden – Theater genannt. Pütthoff-Dundee erklärt dieses Theater später lässig und bringt Reisende Ecks zum Staunen, macht sie auch neidisch, dass im Anthropozän Menschen anderen Menschen Geschichten erzählten. Gut, dass wir daran erinnert werden, dies nicht für selbstverständlich zu halten.

Und immer wieder kriegen wir, das Publikum, ganz schön was um die Ohren: „Sie halten sich für die Erkennenden, aber Sie sind die Erkannten“, spricht man über die Rampe. Wir seien Miesepeter, wirft man uns vor. Aber wie auch nicht, wenn – außer im milden Grönland – alles den Bach runtergegangen ist, wir Tod und Verderben in alle Winkel der Erde gebracht haben.

Schauspiel Frankfurt , Kammerspiele: 15. Juli, 29. September, 2. Oktober. www.schauspielfrankfurt.de

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