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Elisabeth Ebner, Ralf Stech, Francesco Russo in „Ein mörderischer Unfall“. Foto: Helmut Seuffert
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Elisabeth Ebner, Ralf Stech, Francesco Russo in „Ein mörderischer Unfall“.

Rémond Theater

„Ein mörderischer Unfall“ im Rémond: Vorsicht, ein Balkon

  • VonKatja Sturm
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„Ein mörderischer Unfall“ im Frankfurter Rémond-Theater

Ein Mord ist perfekt, wenn er als solcher gar nicht zu erkennen ist. In seinen Gedanken spielt Paul Riggs die Pläne dazu gerne durch. Nicht für den Ernstfall, sondern nur, um gemeinsam mit seinem Co-Autor Harold Kent Bücher und Vorlagen für Serien à la „Soko Bristol“ zu verfassen, die sich gut verkaufen lassen.

Doch die Kreativität des zur Aggressivität neigenden Alkoholikers und Spielers stößt schnell an ihre Grenzen. Zu konstruiert wirken die Einfälle. Sein Partner, dem es überlassen ist, ihre Realisierung detailgenau zu überprüfen, hat aber sowieso vom Gebaren seines langjährigen Gefährten genug. Als er ihm die Trennung vorschlägt, beginnt der andere ihn zu erpressen. Also soll der von der Wettmafia gejagte Paul mit seinem gefährlichen Wissen über den Jordan gehen.

Äußerst unglaubwürdig

„Ein mörderischer Unfall“, so der deutsche Titel des englischen Krimis „Murder by Misadventure“ von Edward Taylor, mit dem nach pandemiebedingter Pause das Fritz Rémond Theater am Frankfurter Zoo am Samstag wieder geöffnet hat, endet, wie das Stück eineinhalb Stunden zuvor begonnen hat: mit einer äußerst unglaubwürdigen Lösung. Trotzdem geht es in der Inszenierung von Regisseur Frank-Lorenz Engel bis dahin spannend zu, und nach ein paar Längen zwischendurch warten nicht nur auf das Publikum einige mehr oder weniger blutige Überraschungen.

Gewiefte Rätselrater ebenso wie erfahrene „Tatort“-Zuschauer dürften den einen oder anderen Zusammenhang frühzeitig erahnen. Der Balkon etwa, der im hinteren Teil des Bühnenbildes, einer stylishen Wohnung mit Sesseln aus den 50er-Jahren und modernen Kunstdrucken an den Wänden, fast die Hälfte des Platzes einnimmt, wurde von Bettina Neuhaus natürlich nicht zufällig installiert. Dass es im Leben von Harold, den Ralf Stech im schwarzen Rolli als langweiligen Möchtegern-Intellektuellen mimt, noch eine andere Frau als die affektierte Gattin Emma (Elisabeth Ebner) gibt, offenbart ein Telefongespräch, das mit Sicherheit nicht nur der kurzzeitigen Unterhaltung dient. Die Beschreibung des volltechnisierten Gebäudes, in das das Paar eingezogen ist und in dem es zufällig noch ganz alleine lebt, hätte auch weniger ausführlich ausfallen können.

Wie das alles zusammenhängt und ob der verschwundene Paul (Dieter Gring) wirklich einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, soll der seltsame Inspektor Egan herausfinden. Francesco Russo gibt ihn als nervigen Columbo-Verschnitt mit Trenchcoat (Kostüme: Ulla Röhrs) und dunklen Locken, der sich in Andeutungen verliert und erst verschwindet, wenn er noch eine letzte Frage hinterhergeschoben hat.

Viel mehr darf an dieser Stelle aber nicht offenbart werden, um den Spaß nicht zu verderben oder Schreckmomente vorwegzunehmen. Wenn man’s mit der Wahrscheinlichkeit nicht allzu genau nimmt und über die Schwächen der Geschichte hinwegsieht, wird so zwar kein perfekter, aber ein amüsanter Abend.

Remond-Theater , Frankfurt: bis 17. Oktober. www.fritzremond.de

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