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Theaterhaus Frankfurt

Drei Wochen weit weg

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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„Tu Comprends? Verstehste?“, ein munteres, deutsch-kamerunisches Kinderstück im Theaterhaus.

Man muss sich nicht verstehen, um sich gut zu verstehen. Man kann zum Beispiel tanzen. Oder singen. Oder gestikulieren. Oder sich anlächeln. Oder sich umarmen. (Sich auch mal boxen.) Jedenfalls macht es gar nichts, dass die Beteiligten an der jüngsten Inszenierung im Theaterhaus mal Französisch, mal Deutsch, mal Ntoumou sprechen. Ntoumou? Das Theaterhaus Ensemble hat sich unter der Regie von Rob Vriens mit dem Théâtre du Chocolat aus Yaoundé, Kamerun, zusammengetan. Dort spricht man viele Sprachen. Oder singt sie.

Sechs Personen suchen eine Verständigung – und machen sich dem jungen Publikum (ab sechs) durchaus verständlich in „Tu Comprends? Verstehste?“ Zuerst geht es um Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Deutschland und Kamerun. Viel weniger Autos pro Einwohner hat Kamerun zum Beispiel, dafür viel mehr Schmetterlingsarten. Wie weit Kamerun weg ist? „Drei Wochen“, sagt ein Junge aus dem Publikum. Das leuchtet ein, drei Wochen sind schließlich ziemlich viel.

Es kommt eigentlich nur darauf an, zeigt das rund einstündige Stück bald, es auszuhalten, dass man die Sprache der anderen nicht immer versteht. Zu „Hejo, spann den Wagen an“ tanzen die sechs Darsteller afrikanisch, zu einem Kinderlied aus Kamerun tanzen sie Walzer – okay, sie versuchen, Walzer zu tanzen. Es kommt zum Streit und zur (pantomimischen) Keilerei. Aber gleich versöhnt man sich wieder. Um Gemeinsamkeiten geht es, obwohl die Unterschiede schon auch ins Auge springen dürfen.

Alle Schauspieler erinnern sich an ihre Kindheit mit dem Eingangssatz: „Als Kind fühlte ich mich am meisten behütet ...“. Da ist es mal das gemeinsame Fernsehgucken der Serie „Die Waltons“. Da ist es mal der starke Vater, der mit seiner Waffe aufs ganze Dorf aufpasst. Da ist es die Verbundenheit mit der Großmutter am Holzfeuer. Da ist es das Spielen in den warmen Gewächshäusern, in denen die Mutter arbeitete.

Scheinbar zwanglos ergibt sich eins aus dem anderen, aus Plauderei und Triezerei. Zwischendurch wird viel Musik gemacht, werden die Akteure in Minivideos in Frankfurt und in Yaoundé gezeigt. Nicht alles wird übersetzt, nicht alles erklärt. Das junge Publikum scheint damit ausgezeichnet klarzukommen.

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