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„Curtain Call!“ als Hörspiel: mit Judith Rosmair und Uwe Dierksen. Foto: Ebby Koll
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„Curtain Call!“ als Hörspiel: mit Judith Rosmair und Uwe Dierksen.

hr2-Kultur

„Curtain Call!“ mit Judith Rosmair und Uwe Dierksen als Hörspiel: In heller Aufregung

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Virtuos: Judith Rosmair und Uwe Dierksen lassen „Curtain Call!“ im Radio hören, reden und japsen.

Eine extrem überspannte knappe Stunde mit der Schauspielerin Judith Rosmair und dem Musiker (und Komponisten) Uwe Dierksen bietet sich nun im Radio und als Podcast an. Nicht nur die Synapsen japsen, um eine Formulierung aus „Curtain Call!“ aufzugreifen. Rosmairs Performance, inszeniert von Johannes von Matuschka, ist sechs Jahre alt (und war seinerzeit auch am Schauspiel Frankfurt zu Gast). Als sie im Mai 2020 mit dem jungen Evergreen einen Monat lang in einem Pariser Theater gastieren wollte, kam der Lockdown dazwischen. Alle Menschen hatten aber auf einmal Zeit, gemeinsam mit Dierksen gestaltete Rosmair den Abend also zum Hörspiel um.

Und ein Hörspiel ist es in der Tat, sichtbare Bewegung ist nicht erforderlich, um die Atemlosigkeit, nein, das Hyperventilieren (Dierksens Part), die helle Panik in der pechschwarzen Nacht vor einer Premiere in Fahrt zu bringen. Auch die Schauspielerin, um die es geht, liegt vermutlich einfach im Bett dabei. Der Mensch muss wirklich nicht draußen sein, um außer sich zu geraten.

Die Schauspielerin soll am nächsten Abend Anna Karenina spielen, eine große Sache. „Ich muss schlafen, ich muss fit sein, ich muss eine Bombe sein. Ich muss dauernd an Wronski denken“, und da ist schon nicht mehr klar, ob sie Annas Wronski meint oder ihren eigenen, denn sie hat sich in den Schauspieler verliebt, sofern für so etwas Zeit war. Wie immer im Theater hat es im letzten Moment noch Schwierigkeiten gegeben. Sie soll improvisieren („Hallo? Ich soll einen 1200-Seiten-Roman improvisieren?“). Tolstois Anna Karenina macht sie krank, aber längst steckt sie mittendrin in der Geschichte. Ein durch Nacht und Lampenfieber und Dierksens ständige Einmischung noch potenzierter Alb aus eigenen Erlebnissen, Reflexionen, Suizidgedanken entwickelt sich aufregend. Hört man dazwischen nicht auch die Stimme von Wolfram Koch? In der Tat!

Im Hörspiel, das ist zehrend, fehlt freilich die heitere Auflösung, die noch jeden, fast jeden Theaterabend beendet.

Im Radio auf hr2-kultur am Sa., 23 Uhr, als Podcast auf www.hr2.de

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