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Studio Naxos

Compagnie Dorfproduct: Eine Halle, zwei Frauen, Äste

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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„Annäherung an die Zärtlichkeit“, eine Meditation im Studio Naxos.

Wie gemalt, dazu trotz Verfallserscheinungen leuchtend präsentiert sich die Naxoshalle in einem stillen kleinen Film „Annäherung an die Zärtlichkeit“ von der Compagnie Dorfproduct. Die Kameraeinstellung auf die Front hoher Fenster bleibt immer gleich, zwischen kurzen Szenen gibt es Whiteout. Zwei Frauen (Gal Fefferman, Annekatrin Kiesel) stellen sich jeweils nebeneinander oder hintereinander, beim ersten Mal legt die Kleinere der Größeren einen Arm um die Schulter, nimmt sie vorsichtig in einen Schwitzkasten, beide sinken, liegen, bis die unten liegende Kleinere sich herauswindet, herauszieht. Manchmal quietscht der weiße Tanzboden ein wenig, vielleicht quietscht auch eigentlich die nackte Haut.

Niemand spricht, es gibt keine Musik (aber von draußen dringen bisweilen Geräusche herein). Und da die spärlichen Bewegungen – jedes Mal ein vorsichtiges gemeinsames Sinken der beiden, ein minutenlanges Liegen aufeinander, bis die eine sehr behutsam und Gliedmaße für Gliedmaße herauszieht und abgeht – außerdem sehr langsam vollzogen werden, einer Zeremonie nicht unähnlich, muss sich die Zuschauerin auf eine geduldige wie genaue Betrachtung einlassen, die bald einer Meditation gleicht.

Sterben, Tod, Trauer

Oder eben einer Bildbetrachtung im Museum. Nach Angaben von Dorfproduct auf der Studionaxos-Seite geht es im Konzept und der Regie von Simon Möllendorf um den Tod und die Trauer, um das einander Begleiten im Sterben. Außer den zwei Akteurinnen spielen noch ein paar dürre graubraune Äste mit, sie werden von den Frauen mit Bedeutsam- wie Selbstverständlichkeit hineingetragen. Einer erscheint als Bogen (aber wo ist der Pfeil?), drei werden gegeneinander gelehnt, so dass sie wie Streben einer Zeltkonstruktion wirken. Arte-Povera-Skulpturen sind sie sowieso in diesem ansonsten leeren Raum.

40 Minuten dauert der Film, lang genug also, um sich auf seine zunächst irritierende Langsamkeit und die Spärlichkeit an Aktionen und Bewegungen einzulassen. Und womöglich fällt einem das nach einer so langen Pandemiezeit, in der Entschleunigung sein musste, sogar leichter.

Das Video auf studionaxos.de nochmal vom 27. bis zum 29. Mai.

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