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Sorbas (Loes Snijders) und Basil (Fabian Schwarz). Foto: Comoedia Mundi
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Sorbas (Loes Snijders) und Basil (Fabian Schwarz).

Theater

Comoedia Mundi in Frankfurt: Sirtaki oder Salbeitee?

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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Das Comoedia-Muni-Ensemble spielt Alexis Sorbas als Zwei-Personen-Stück über die Frage, wie wir glücklich werden.

Hast du eine eingebaute Waage? Wiegst du alles auf ein Gramm ab?“, fragt Alexis Sorbas den Schriftsteller Basil am Hafen. Tatsächlich muss der bedächtige Basil erst einmal überlegen, ob er Sorbas mit nach Kreta nimmt. Dort hat er ein Kohlebergwerk gepachtet, weil er, mit Tagebuch im Gepäck, sein Leben ändern will.

Im Frankfurter Theaterzelt des Tourneetheaters Comoedia Mundi vermischen sich die eingespielten Hafengeräusche mit Stimmen und Musik vom Mainufer draußen. Fabian Schwarz spielt Basil und hat auch die Romanvorlage von Niko Kazantzakis zum Zwei-Personen-Stück „Sorbas“ gemacht. Loes Snijders ist der Lebenskünstler Alexis Sorbas und führte Regie.

Nachdem Basil Salbeitee trinkend überlegt hat, ist klar: Sorbas kommt mit nach Kreta und wird Vorarbeiter im Bergwerk. Darauf trinken die beiden erst einmal einen Rum – der erste Schritt Basils in Sorbas’ Welt. Auf Kreta geht es an die Arbeit im Kohlebergwerk – zumindest für Sorbas, der „Chef! Chef!“ – seinem Vorgesetzten Basil täglich am Lagerfeuer berichtet. Beide machen Frauenbekanntschaften - Sorbas mit der ehemaligen französischen Opernsängerin Madame Hortense (gespielt erst von Schwarz, dann von Snijders) und Basil mit einer geheimnisvollen Witwe (Snijders). Während Basil und Sorbas sich vordergründig mit dem Bergwerk beschäftigen, geht es eigentlich darum, wie wir glücklicher werden: Mit Nachdenken und Idealen, wie Basil? Oder wie Sorbas, der in den Tag hinein lebt und nur sich selbst vertraut? Und können wir uns wirklich verändern?

Schwarz spielt Basil mit abwartendem Blick und gerader Haltung, Snijders ist Sorbas mit oft hochgezogenen Schultern und gestikulierenden Armen. Sogar, als die beiden auf dem Schiff nach Kreta stehen, schafft es Basil, steifer an der Reling zu schaukeln als Sorbas. Zwischen einigen Szenen gibt es musikalische Einlagen – ebenfalls gespielt von Schwarz und Snijders, die zu Beginn des Abends auch schon die Zuschauenden auf ihre coronakonform markierten Plätze gewiesen haben. Ein weiteres Beispiel für ihre beachtliche Verwandlungsleistung: Madame Hortense ist wie eine Person, egal ob sie von Schwarz oder Snijder gespielt wird - bei Schwarz ist lediglich ein bisschen mehr Karikatur dabei.

Der Fluss fehlt ein wenig

Durch die vielen Szenenwechsel wirkt „Sorbas“ allerdings zeitweise etwas zerstückelt und mag nicht richtig in Fluss kommen. Und die Stimmen der Dorfleute, die an einer Stelle eingespielt werden, sind akustisch teilweise schwer zu verstehen. Wer die Handlung nicht schon aus Romanvorlage oder Film kennt, dürfte hier abgehängt werden.

Vielleicht ist es aber gar nicht so wichtig, was da genau passiert. Denn am Schluss bricht die Seilbahn zusammen, mit deren Hilfe das Bergwerk gerettet werden sollte. Sorbas’ Kommenar: „Hey Chef, hast du jemals etwas so schön zusammenkrachen sehen?“ Und als sie am Ende gemeinsam tanzen, lässt sich Basil darauf ein. Sorbas ist beim Tanzen ganz bei sich, Basil ist bei Sorbas.

Comoedia Mundi , Theaterzelt am Schaumainkai, Frankfurt:

7., 8., 13.- 15., 28.-30. Juli.

www.comoedia-mundi.de

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