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Bernd Loebe zum 70.: Ist das denn die Möglichkeit?

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Führungsriege bei einer PK der Städtischen Bühnen, Januar 2003. Rechts Bernd Loebe. Georg Kumfmüller
Führungsriege bei einer PK der Städtischen Bühnen, Januar 2003. Rechts Bernd Loebe. Georg Kumpfmüller © FRFOTO

Der Frankfurter Opernintendant Bernd Loebe wird am 15. Dezember schon 70.

Es passt nicht zu Bernd Loebe, heute schon 70 zu werden. Da er dieser Tage jedoch hin und her flitzt, um in Erl die Tiroler Festspiele zu eröffnen und im Frankfurter Opernhaus beim Benefizabend zur Unterstützung des Protests im Iran dabei zu sein, was schon alles eher zu ihm passt, muss es doch derselbe Bernd Loebe sein, der am heutigen Donnerstag, wiederum in Südtirol, Geburtstag feiert.

Verdammt lang her

Der hin und her flitzende Bernd Loebe ist zugleich eine sehr stabile Größe. Um Ihnen das zu dokumentieren, zeigen wir hier ein Foto, das 20 Jahre alt ist und wie ein Bild aus einer längst vergangenen Zeit wirkt. Beachten Sie auch den Aschenbecher. Von links nach rechts der letzte Chef der bald darauf aufgelösten Ballettkompanie der Städtischen Bühnen (William Forsythe), die vorletzte Schauspielintendantin (Elisabeth Schweeger), der vorletzte Frankfurter Kulturdezernent (Hans-Bernhard Nordhoff), der 2015 in den Ruhestand getretene Geschäftsführende Intendant (Bernd Fülle, auch nicht der Aufhör-Typ, wie sich dann zeigte, aber eine andere, nicht mehr Frankfurter Geschichte). Und ganz rechts Bernd Loebe, gerade am Reden, was natürlich auch Zufall ist, aber nicht nur. 2002/03 war er Intendant in Frankfurt geworden, eine Szene aus seiner ersten Spielzeit, die damit endete, dass das Haus in der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zum Opernhaus des Jahres gewählt wurde.

Was wünscht sich Bernd Loebe zum Geburtstag? Gesundheit wünscht er sich, „als Voraussetzung, um den Job ordentlich machen zu können“. Von denen, die das Geld verteilen, wünscht er sich Unterstützung für eine finanziell sichere Zukunft des Hauses. Von denen, mit denen er zusammenarbeitet, wünscht er sich einen „Schuss Besessenheit“. „Work-Life-Balance“ ist eventuell nicht sein Lieblingsmodewort, wobei es zu seinen Verdiensten als Chef gehören dürfte, die Dinge zu akzeptieren, wie sie eben sind. Ohnehin, sagt er, sei das ein gesamtgesellschaftliches Thema. Heikel in einer Zeit, in der es für Theater schwierig wird, Stellen im handwerklichen Bereich, in der Maskenbildnerei zu besetzen.

Das sind Momente, um über die eigene Lebensplanung zu verzweifeln. Dazu hat das Geburtstagskind Bernd Loebe hingegen keine Veranlassung. Ruhig und sinnig ging es bergauf, wenn auch in einem Bogen, von Frankfurt, wo er 1952 geboren wurde und vorerst als Musikkritiker (!!) arbeitete, nach Brüssel zur Oper La Monnaie und wieder zurück nach Frankfurt. Dieser festliche Tag bietet auch Gelegenheit, noch einmal dezent zu erwähnen, dass die Oper Frankfurt gerade erneut zum Opernhaus des Jahres gekürt worden ist, zum insgesamt sechsten Mal, fünf Mal davon in der Loebe-Zeit. Der Loebe-Ära, denn darauf wird es irgendwann hinauslaufen. Sein aktueller Vertrag läuft bis 2028. Aber: Wer kann schon weiter denken.

Und wie feiert er seinen Geburtstag? Mit „ein paar Gästen, Regisseure, Dirigenten. Wir werden gut essen, gut trinken und vermutlich Spaß haben“. Am Samstag ist er wieder da und stellt im Cinéma – s. gestrige FR – die Aufzeichnung zu „Die Nacht vor Weihnachten“ vor. Dann geht es aber auch wieder nach Erl, wo Loebe 2019 die Intendanz übernahm. Damals sagte er etwas wie: Er habe sich gedacht, das sei doch was Gemütliches für später. Dauert aber noch, das Später.

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