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Katrin Gerstenberger und Peter Sonn, Tangolita und Aristide, dazu perlt Champagner. Foto: Jochen Quast
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Katrin Gerstenberger und Peter Sonn, Tangolita und Aristide, dazu perlt Champagner.

Operette

„Ball im Savoy“ in Darmstadt: Hohes Paar in der Krise

  • VonBernhard Uske
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Paul Abrahams Operette „Ball im Savoy“ als runde Sache.

Mittlerweile haben die Originalklangbewegung und das Re-Design in Form von „bühnenpraktischen Rekonstruktionen“ die Operette erreicht, wo man für die Entstehungszeit typische Klang- und Aufführungssituationen schafft. So weit ist man in Darmstadt bei der Neuinszenierung von Paul Abrahams Operette „Ball im Savoy“ zwar nicht gegangen. Aber das Erlebnis dieser 1932 erstmals über die Bühne (des Großen Schauspielhauses in Berlin) gegangenen Werks wirkte doch sehr authentisch, war frei von tagesaktueller Überlagerung oder besserungstherapeutischen Ambitionen gegenüber dem Publikum (Regie: Andrea Schwalbach). Stattdessen wurde eine ganze Reihe von komponierenden Zeitgenossen und Kollegen Abrahams (von James V. Monaco und Mischa Spoliansky bis Heino Gaze und Ludwig Schmidseder) mit ihrer Musik in das Geschehen eingearbeitet.

Die Handlung: Liebesvergangenheitsbewältigung mittels Fake & Facts im Modus von Eifersucht, Neuanbandelung und finalem Treuebeweis. Auf einer Drehbühne, die ebenso spießig-gemütliches Daheim wie exotisierte Séparées und große Auftrittstreppe erscheinen ließ – alles von einem schillernden Schnurvorhang überfangen (Bühne: Anne Neuser).

Ein mit beachtlichen Schauwerten, Balletteinlagen, Revuebeinfreiheit und Dress-Glamour (Kostüme: Frank Lichtenberg) ausgestattetes Ensemble, das die von Joachim Lepping und Stephan Schulze bewerkstelligten Arrangements in Stimme und Aktion verlebendigte. Das Klangbild war nicht zu üppig, die verschiedenen kompositorischen Beiträge des Song-Parcours waren gut integriert.

Ein Problem ist immer die entstellende Gesichtsmikrofonierung. Was für schwach gewordene Ohren nützlich sein mag, verzerrt die Größenverhältnisse im realen Raum. Alles kommt, egal wo agiert wird, aus einer Klangquelle. Bei Sprachpartien ist es eigentlich ein zu lautes Hörspiel. Der Mangel wurde evident, als der (kleine) Chor der Ballgäste unverstellt und unverstärkt sang und sich sofort das Gefühl von Raumechtheit und Körperlichkeit einstellte.

Gesungen und gespielt wurde auf einem sehr guten Niveau, wobei den besten Eindruck Dirk Weiler als Diener, Hotelkellner und Spielmacher hinterließ: ein Sänger mit leichter, prägnanter Stimme, als einziger immer gut verständlich, schauspielerisch trefflich und obendrein ein blendender Stepptänzer. Echte Operettenartikulation konnte das Buffo-Paar Daisy und Mustapha Bey in Gestalt der schönen Stimme Cathrin Langes und der expressiven Artikulation Levio Cecinis präsentieren. Dazu blendende, wild herausfahrende Sprech- und Handlungsaktivitäten.

Das frischvermählte und seine erste Krise erlebende Hohe Paar von Madeleine und Aristide hatte ein gut genutztes, schön gerundetes stimmliches Opernformat (Jana Baumeister, Peter Sonn). Katrin Gerstenberger bot eine verruchte Tangolita. Michael Pegher als der gehemmte Träumer ließ an Theo Lingen denken. Auch die kleineren Rollen waren handlungsgerecht und gesanglich bestens besetzt.

Jan Croonenbroeck bot mit dem Staatsorchester Darmstadt einen leichten, unaufdringlichen, nicht zu hart rhythmisierten Klang in zügigem Tempo. Chor und Tanzensemble wie der gesamte Abend: eine runde Sache.

Staatstheater Darmstadt: 18., 19., 27. November. 3., 10., 19., 22., 31. Dezember. www.staatstheater-darmstadt.de

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