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Drei Stimmen von vielen: Helen Teketel, Japhette Basinga Nsonsani, Matteo Schultheis.
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Drei Stimmen von vielen: Helen Teketel, Japhette Basinga Nsonsani, Matteo Schultheis.

Junges Schauspiel Frankfurt

„Am Leben bleiben“ im Deutschen Exilarchiv: Wer bekam eine Chance?

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Das Junge Schauspiel mit der Performance „Am Leben bleiben“

In der beeindruckenden Ausstellung „Kinderemigration aus Frankfurt“ im Deutschen Exilarchiv zeigen kleine Schwarz-Weiß-Filme, wie Kinder aus einem Bus aussteigen, wie eine Karte kontrolliert wird, die an einer Schnur um ihren Hals hängt, wie sie an einer langen Tafel essen, auch wie sie Bockspringen und Ringelreihen spielen. Man versucht in den wackeligen Aufnahmen zu erkennen, wie es diesen Kindern geht. Sind sie froh? Haben sie Heimweh? Denken sie, dass es sich um eine Art Ferienlager handelt und sie bald ihre Eltern wiedersehen werden?

Die Szenen wurden in Großbritannien festgehalten, als dort Kindertransporte ankamen, voller Kinder, die von ihren Eltern weggeschickt wurden, damit sie überleben konnten. Hofften die Eltern, ihre Kinder wiederzusehen?

Kann von „Rettung“ gesprochen werden, wenn doch die meisten jüdischen Kinder nicht gerettet wurden? Wer suchte diejenigen für den Kindertransport aus? Mussten sie gesund sein? Ging es auch um die Kosten der Betreuung – und hatte darum zum Beispiel ein blindes Kind keine Chancen? Diese und noch viel mehr Fragen stellten sich 13 junge Menschen im Rahmen eines Projekts des Jungen Schauspiels in der „Kinderemigration“-Ausstellung. Entstanden ist unter der Regie Martina Drostes und unter dem Titel „Am Leben bleiben“ eine Performance in der Ausstellung.

Ein vielstimmiges Ensemble

Die Zuschauerin ist meist eher eine Zuhörerin, eine Lauscherin, denn vielstimmig bringt sich das inklusive und diverse Jugendlichen-Ensemble ein, mal hier, mal ums Eck, inmitten der verschachtelten Stellwände, die sechs Biografien ausführlich erzählen. Darunter die von Karola Ruth Siegel, die zehn war, als ihre im Nordend lebenden Eltern sie in die Schweiz schickten, die in den USA bekannt wurde als Sexualtherapeutin Dr. Ruth Westheimer.

Marokko, Kongo, Serbien, Polen: Die jungen Leute, die in der Ausstellung recherchiert und nachgefragt haben, reflektieren in der 70-minütigen Performance, unter anderem, wie stark sie sich in Deutschland zugehörig fühlen – oder ist Heimat eher anderswo? Sie berichten von Ablehnung, Rassismus. Sie denken auch über Sprache nach und welche Macht man durch ihre Beherrschung erhält. Listig wird die Option Schweigen erwähnt, aber dafür haben sie sich nicht entschieden.

Junges Schauspiel im Deutschen Exilarchiv: 17. Dezember. www.schauspielfrankfurt.de

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