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Goethe, hier als Statue an der Alten Oper Frankfurt.
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Goethe, hier als Statue an der Alten Oper Frankfurt.

"Your Lover Forever" Goethe

Wir alle und Goethe

„Your Lover Forever“, ein Abend mit Goethe-Briefen und nagelneuen Antworten in der Frankfurter Freimaurerloge zur Einigkeit.

Den völlig überraschend sich auftuenden festlichen Saal der Freimaurerloge zur Einigkeit an der Frankfurter Kaiserstraße muss man gesehen haben. Der mit einigem Vorlauf angekündigte Abend „Your Lover Forever“, der hier in Kooperation des Schauspiels Frankfurt mit dem Kunstfest Weimar stattfindet, ist dagegen harmloser als erwartet.

Ein aufwendiges Projekt nämlich, das in Frankfurt zur Goethe-Festwoche Station macht: Schriftstellerinnen hatten Gelegenheit, auf Briefe zu antworten, die Goethe an Charlotte von Stein schrieb. Bekanntlich haben sich die originalen Antworten nicht erhalten.

Von Sibylle Berg bis Gerhild Steinbuch ließen sich 14 Autorinnen darauf ein, und es ist zweifellos erst die Zusammenschau, die diesem gut ausgedachten Unterfangen etwas Banales gibt. Goethe wird angehimmelt, verspottet, auf den Mond geschossen, sprachlich imitiert und konterkariert. Abgesehen davon, dass es im Prinzip Pfiff hat, den Dichter einmal als Folie für die Fantasien anderer zu sehen, kommt aber nichts Überraschendes dabei heraus.

Sich über Goethe lustig zu machen, sich über Goethe zu ärgern, sich Goethe dann doch wieder an den Hals zu werfen, damit verbringen schon Generationen von Goethe-Leserinnen (und Lesern) ihre Zeit.

Der mehrfache Versuch etwa, ihm explizit zu kommen, verpufft angesichts der Tatsache, dass Goethe nicht prüde war, so gerne es ihm unterstellt wird. Seine Leserinnen und Leser waren vielleicht prüde, unsere Lehrer vielleicht, wir sind es vielleicht.

Regisseurin Lily Sykes und Dramaturg Michael Billenkamp stellten aus Briefen und Gegenbriefen ein Programm für Weimarer und Frankfurter Bürgerinnen zusammen, die zugleich noch ein bisschen aus ihrem eigenen Leben erzählen. Dazu gibt es Klaviermusik (Burkhard Niggemeier) und Goethe quasi persönlich (Anton Rubtsov).

Die neun Akteurinnen, in Weiß, aber durchaus individuell gewandet (Ausstattung: Rebekka Dornhege Reyes / Nina Thielen), machen das reizend und haben die Ruhe weg. Und doch doppeln sie unterm Strich den Eindruck, eine Schar Zeitgenossinnen arbeite sich unernst und dabei mäßig gewitzt am berühmtesten Ex-Bewohner der beiden Städte ab.

Freimaurerloge zur Einigkeit, Frankfurt: 23. September. www.schauspielfrankfurt.de

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