Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

 Léa Zehaf als Prinzessin Djamila.
+
Léa Zehaf als Prinzessin Djamila.

Weihnachtsmärchen

Er liebt sie, weil sie so gut reden kann

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
    schließen

„Alaaddin und die Wunderlampe“ als Streaming-Premiere am Staatstheater Darmstadt.

Um die 650 Personen waren am Sonntagnachmittag für „Alaaddin und die Wunderlampe“ eingeloggt und hätten das Große Haus ziemlich gut gefüllt, wenn sie es denn hätten leibhaftig besuchen dürfen. Aber das Staatstheater Darmstadt konnte die Premiere seines diesjährigen Weihnachtsmärchens für Kinder ab sechs aus bekannten Gründen nur streamen – zum ersten Mal versuchte es das Theater hier also mit einem Ticketverkauf für ein Live-Login.

Das Video begann mit einer kleinen Einleitung, einem Gang durchs Haus, kurzen Begegnungen mit den Hauptdarstellern, die Arabisch, Türkisch, Französisch, Deutsch sprachen. Dann ging es auf die Bühne und in eine Übertragung, die ganz geschickt zwischen Totale und Close-ups abwechselte.

Am besten böse

Annette Raffalt, die auch Regie führte, hat eine neue Textfassung für das alte Märchen aus „Tausend und einer Nacht“ erstellt. Anfangs wird in dieser Darmstädter Fassung noch ein bisschen um die Rollen gefeilscht – „ich kann böse spielen, ehrlich“, sagt Ali Berber und darf nach dieser Versicherung den Zauberer geben. Anfangs ist auch der Zeigefinger nicht ganz zu übersehen, wenn etwa an 100 Millionen Kinder erinnert wird, die auf der Straße leben. Oder wenn erklärt wird, in der Stadt Tschala Adad lebten die Religionen zusammen „wie bunte Fische im Aquarium“ – dies wohl doch nur im Märchen.

Aber mit zunehmender Dauer wird das Spiel munter – „jetzt gibt’s Party“, sagt Dschinniya schließlich – und werden die Dialoge kesser, sind „Flitzpiepe“ oder „Wackeldackel“ so nette wie kinder- und jugendfreie Schimpfwörter.

Einen Rahmen aus großen und kleineren Lampen hat Thomas Rump sich für die Bühne ausgedacht. Hinter denen kann man sich auch mal verstecken, praktisch für Alaaddin, Jasper Engelhardt, und Prinzessin Djamila, Léa Zehaf, wenn es dann zum Showdown kommt mit dem Bösen (siehe oben). Dem hat der Straßenjunge, unabsichtlich, die falsche Lampe aus der Höhle mitgebracht, so dass nun Alaaddin die drei entscheidenden Wünsche hat. Entscheidend, denn so kann er Dschinniya („jetzt gibt’s Party“) befreien und den ehrlich bösen Zauberer einsperren in die enge Lampe, in der, puh, die Luft so furchtbar schlecht ist. Dschinniya, Marielle Layher, ist fortan nicht nur die hübscheste aller Lampengeistinnen mit Pluderhosen und einem silbernen Kopfschmuck à la Bienchen (Kostüme: Ele Bleffert), sondern auch die emanzipierteste.

Überhaupt geht es viel um Emanzipation, vor allem natürlich die der Prinzessin. Sie hat allerdings keinen ernsthaft strengen Vater – Cem Göktar ist der König von Tschala Adad -, bald verspricht er, Djamila dürfe sich ihren Mann selbst aussuchen. Und wir verraten hoffentlich nicht zu viel, wenn wir hier schreiben: Es wird nicht Zauberer Ahuro Dalva Maynao sein, der um die Prinzessinnen-Hand anhält mit dem unwiderstehlichen Satz „Sei still und sieh’ hübsch aus“. Das ist eher nicht Djamilas Stil, nicht zuletzt hat Alaaddin sich in sie verliebt, weil sie so gut reden kann.

Dschinniya ist nur ein kleines Bisschen eifersüchtig, sie freut sich schon auf die Stadt, in der es Kinos, Schwimmbäder, Senf gibt. Senf? Zur Zeit vielleicht sogar eine Alternative zu den Kinos und den Schwimmbädern. Seufz.

Staatstheater Darmstadt: Streaming-Tickets über www.staatstheater-darmstadt.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare