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Der ehemalige Intendant der Münchner Kammerspiele, Frank Baumbauer.
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Der ehemalige Intendant der Münchner Kammerspiele, Frank Baumbauer.

Münchner Kammerspiele

"Theater des Jahres" zum Abschied

Abschiedsgeschenke gab es für Baumbauer in Hülle und Fülle, als er im Juli sein Intendantenamt in München abgab. Jetzt kommt noch das I-Tüpfelchen : Die Kammerspiele sind das "Theater des Jahres".

München/Berlin. Abschiedsgeschenke und wehmütige Liebeserklärungen gab es für Frank Baumbauer in Hülle und Fülle, als er im Juli sein Intendantenamt an den Münchner Kammerspielen abgab.

Jetzt haben auch noch die Kritiker seiner Zeit an der Bühne das I-Tüpfelchen aufgesetzt: Die Kammerspiele sind das "Theater des Jahres". Mit großer Mehrheit entschieden sich die 41 Jurymitglieder für München, teilte das Magazin "Theater heute" am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin mit. Bereits zum fünften Mal hat Baumbauer damit ein von ihm geleitetes Haus fit für die Auszeichnung gemacht. Dabei hat der 63-Jährige derzeit eine Pause eingelegt. Und wie es danach weitergeht, ist völlig offen.

"Ich verdanke den Erfolg meinen Mitarbeitern", kommentierte Baumbauer in typischer Manier die Neuigkeit und freute sich zusammen mit diesen über eine weitere Auszeichnung. Denn auch das beste Bühnenbild kommt 2009 von den Kammerspielen. Das rotierende, gekippte Auge, das Regisseur Andreas Kriegenburg für seine Inszenierung von Kafkas "Prozess" entwarf, hat die Kritiker am meisten beeindruckt.

Egal, mit wie viel Lob Baumbauer zum Ende seiner Intendantenzeit auch überschüttet wurde, immer wieder hatte er darauf bestanden, wie sehr Theater Teamarbeit sei. Gerne sprach er vom "wir", wenn es um seine Zeit in seiner Heimat München ging. Und die war gerade zu Beginn alles andere als einfach. Buh-Rufe, Skandale, Anfeindungen - nicht alle Münchner freuten sich am Anfang über die mutigen, modernen Inszenierungen Baumbauers. Aus seiner Zeit in Basel und Hamburg hatte er viele Vorschusslorbeeren mitgebracht. Hohe, aber ganz unterschiedliche Erwartungen empfingen ihn in München.

"Ich bin stolz darauf, dass wir den konzeptionellen Wechsel der Theaterarbeit in den Kammerspielen geschafft haben", sagte Baumbauer anlässlich seines Abschieds im Juli. "In München war die Herausforderung eine ganz besondere", blickte er zurück. "Das war nicht ein Theater, das vor sich hinkriselte, sondern ein Super-Haus, mit einem tollen Ensemble, mit meist ausverkauften Vorstellungen, geliebt in der Stadt, geliebt in der Politik. Und da kommt jetzt der Münchner aus Hamburg, und hat einen ganz anderen Fingerabdruck, eine ganz andere Denkweise über Theater."

Seine Vorliebe für Zeitgenössisches prallte auf die gegensätzlichen Zuschauererwartungen - Konflikte waren die logische Konsequenz. Am Ende aber wünschte sich München nichts sehnlicher, als dass Baumbauer noch ein wenig bleibe. Baumbauers Entscheidung aber stand fest.

Mindestens ein Jahr Pause will er machen. "Dann gehe ich ein Jahr spazieren, kümmere mich um das Leben. Ich möchte es genießen und sehen, was es mit mir tut." Und danach? "Und wenn mich dann etwas Neues anlacht, in einem Jahr oder irgendwann, und wenn ich Lust habe, zurückzulachen, dann mache ich das gerne." Die Zukunft der Kammerspiele allerdings steht fest. In der kommenden Saison übernimmt das Direktorium die Leitung. 2010 tritt dann der Niederländer Johan Simons in große Fußstapfen am "Theater des Jahres 2009". (dpa)

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