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Schnelles DSL

Telekom öffnet ihr VDSL-Netz für die Konkurrenz

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Der Bonner Konzern kommt Preisvorgaben durch die Bundesnetzagentur zuvor und öffnet sein Netz. Die Wettbewerber reagieren skeptisch. Von Frank-Thomas Wenzel

Hannover. Darauf hat die Branche gewartet: Die Telekom setzt beim superschnellen Internet auf Glasnost und Perestroika. Der Konzern will seine VDSL-Netze öffnen und das Geschäftsmodell umbauen. "Wir möchten gemeinsam den Markt entwickeln", so Festnetz-Chef Timotheus Höttges. "Das haben wir lange erhofft", sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM, der Frankfurter Rundschau. Allerdings müsse man sich das Angebot genau anschauen. "Da ist noch einiges unklar."

VDSL startete vor gut anderthalb Jahren. Im Sommer 2009 soll es allen Kunden in den 50 größten deutschen Städten zur Verfügung stehen. Die Technik ermöglicht Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde - mehrere hochauflösende TV-Programme können so gleichzeitig transportiert werden. Bislang vermarktete die Telekom mit dieser Technik exklusiv ihr Triple-Play-Paket, zu dem neben Telefon und Internetzugang das Internetfernsehen gehört.

Vom Frühjahr an können nun Konkurrenten wie Vodafone oder 1&1 die schnellen Leitungen mieten und an ihre Endkunden weiterverkaufen. Höttges schwebt ein Großhandelspreis von "rund 30 Euro" pro Monat und Anschluss vor, wohlgemerkt ohne das Internetfernsehen. Und auch die Telekom will mit dem "VDSL Double Play" bald auf den Markt gehen. Wer dafür einen Endpreis von "knapp 45 Euro" erwarte, liege wahrscheinlich nicht falsch, betonte Höttges auf der Cebit-Pressekonferenz des Ex-Monopolisten.

Vodafone-Chef Fritz Joussen bricht angesichts dieser vorläufigen Preisgestaltung des großen Konkurrenten nicht gerade in Jubel aus: "Da muss man noch einmal drüber nachdenken. Das ist nicht so wahnsinnig schön." Gemeint ist: Der Großhandelspreis von 30 Euro ist womöglich so nah am Endkundenpreis der Telekom, dass es sich für die T-Wettbewerber gar nicht lohnen könnte, ins VDSL-Geschäft einzusteigen.

Generell begrüßen Joussen und Grützner aber die neue Offenheit der Bonner. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagen beide unisono, zumal die Telekom den Konkurrenten weitere Kooperation anbietet, um die Breitbandinfrastruktur insbesondere auf dem Land auszubauen.

Indes kommt die neue Offenheit wohl nicht ganz freiwillig. Die Drohung, dass die Bundesnetzagentur bei VDSL eingreift und womöglich sogar Preise festlegt, liegt seit Monaten in der Luft. Und Grützner ist sich immer noch nicht sicher, "ob es ganz ohne Regulierer geht." Hinzu kommt, dass die Kabelnetzbetreiber mit ihren Triple-Play-Produkten der Telekom im Nacken sitzen. Sie bauen seit Monaten ihre Marktanteile massiv aus. Das TV-Internet-Telefon-Paket der Bonner bleibt hingegen hinter den Erwartungen zurück. Ende 2008 gab es 480 000 Entertain-Kunden. Eigentlich sollten es mindestens 500 000 sein. Nur fünf Prozent aller Haushalte, die am VDSL-Netz hängen, hätten bislang das schnelle Internet bestellt, heißt es in Branchenkreisen.

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