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Auch im Museum sind Sprinter bald zu sehen. (Symbolbild)

Künstler lässt Menschen laufen

Sprint durch die Tate Britain

Der britische Künstler Martin Creed erhebt das Laufen zur Kunstform. Für "Work No. 850" will er insgesamt fünfzig Menschen durch die Skulpturengalerie der Tate Britain sprinten lassen.

London (dpa) - Ein Sprint durch die neoklassizistische Skulpturen- Galerie der Tate Britain ist das jüngste aufsehenerregende Kunstwerk in dem Londoner Museum. Der britische Künstler Martin Creed will für "Work No. 850" in den kommenden vier Monaten alle 30 Sekunden Läufer in voller Ausrüstung durch die Hallen rennen lassen. Die Sprinter bekommen umgerechnet rund 13 Euro pro Stunde. "Das ist etwas, das die Leute anschauen sollen, genauso wie ein Gemälde", sagte der 39- jährige Turner-Preis-Gewinner am Montag, "schnell zu rennen ist das Gegenteil vom Tod".

Jeder Sprint durch die 86 Meter lange Halle soll 12 bis 15 Sekunden dauern. Anschließend folgt eine ebenso lange Pause. Die insgesamt 50 Läufer suchte der Konzeptkünstler mit Anzeigen in Lauf- Magazinen sowie in Fitnessclubs - doch noch fehlen weitere Menschen für das Projekt. Besucher des bekannten Museums am Ufer der Themse dürfen jedoch nicht mitrennen. "Das ist zu gefährlich", sagte Creed.

Das Museum nannte die Arbeit den "reinsten Ausdruck menschlicher Vitalität". Creed habe die Menschen angewiesen, so schnell zu rennen, als gehe es ums eigene Leben. Das Werk ist Teil einer Serie, die zuvor die Installation des Turner-Preis-Gewinners Mark Wallinger über den Protest gegen den Irakkrieg eingeschlossen hat. Creed bekam 2001 den renommierten Turner-Preis für "The Lights Going On And Off". Dabei gingen in einem leeren Raum Lichter an und aus.

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