Kulturpreis

Sonning-Preis für Regisseur Michael Haneke

Für europäische Filme "ohne Schönfärberei" bekommt Michael Haneke den bedeutendsten Kulturpreis Dänemarks. Der österreichische Regisseur hatte zuletzt mit "Liebe" von sich reden gemacht.

Der österreichische Regisseur Michael Haneke bekommt in diesem Jahr den Sonning-Preis, die wichtigste kulturelle Auszeichnung in Dänemark. Der 72 Jahre alte Haneke sei "einer der größten und originärsten lebenden europäischen Filmkünstler", teilte die Universität Kopenhagen am Donnerstag mit. Er zeige mit seinen Filmen die "moderne europäische Kultur ohne Schönfärberei".

Den mit einer Million Kronen (rund 134 000 Euro) dotierten Preis vergibt die Hochschule schon seit 1950 alle zwei Jahre an Menschen, die sich um die europäische Kultur verdient gemacht haben. Er ist nach dem Publizisten C.J. Sonning (1879-1937) benannt.

"Haneke trifft den Kern, wenn er uns mit uns selbst konfrontiert, mit unserem Verhältnis zueinander in den engsten Beziehungen und nicht zuletzt mit unserem Verhalten gegenüber anderen innerhalb und außerhalb von Europa", erklärte Ib Bondebjerg, Professor am Institut für Medien der Universität, zur Begründung.

Mit dem Film "Die Klavierspielerin" hatte Haneke 2001 seinen Durchbruch gefeiert. Später räumte er für Arbeiten wie "Das weiße Band" (2009) und "Liebe" (2012) etliche Preise ab. Sein jüngster Film sei ein "psychologisches Meisterwerk", schwärmte Bondebjerg, der Haneke für den Sonning-Preis vorgeschlagen hatte.

2010 hatte der deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger die Auszeichnung bekommen. Auch Jürgen Habermas und Günter Grass gehören zu den Preisträgern. Zuletzt war 2012 der türkische
Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk geehrt worden. Haneke erhält den Preis am 18. Juni in Kopenhagen. (dpa)

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