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Die Enthüllerplattform Wikileaks hat Daten über CIA-Hacker veröffentlicht.

"Vault 7"

CIA soll Hacker in Frankfurt postiert haben

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Wikileaks veröffentlicht neue Dokumente, die einen Einblick in die Hacking-Aktivitäten der CIA geben. Der Geheimdienst soll Smart-TVs als Wanze nutzen, die Verschlüsselung von WhatsApp umgehen - und Hacker in Frankfurt sitzen haben.

Die Whistleblower-Plattform Wikileaks hat neue Dokumente veröffentlicht, die nach Angaben der Verantwortlichen die "größte Veröffentlichung vertraulicher Dokumente über die CIA" sind. In der Veröffentlichung mit dem Codenamen "Vault 7" steckt jede Menge brisantes Material, das unter ehemaligen Regierungshackern bereits seit einiger Zeit kursieren soll. Aus diesen Kreisen seien die Daten an Wikileaks herangetragen worden, die Quelle wünsche sich eine öffentliche Debatte über die Sicherheit, Nutzung und demokratische Kontrolle von Cyberwaffen, teilt Wikileaks mit.

In den Dokumenten sollen sich Wikileaks zufolge zahlreiche "Zero Day"-Sicherheitslücken und Malware befinden, mit denen Produkte wie iPhones, Android-Geräte, Windows-Rechner und Samsung-Fernseher angegriffen werden können. "Die CIA hat ihre eigene NSA aufgebaut", schreibt Wikileaks in einer Mitteilung.

In den veröffentlichten CIA-Unterlagen - 8.761 Dokumente sind es alleine in der ersten Veröffentlichung - finden sich unter anderem Informationen über Malware wie "Weeping Angel". Der Code infiziert Smart-TVs von Samsung und macht aus ihnen versteckte Mikrofone. "Weeping Angel" versetzt den Fernseher in einen "Fake Off"-Modus, in dem das Gerät als Wanze fungiert, Gespräche im Raum aufzeichnet und über das Internet an die CIA schickt.

Auch iPhones und Android-Geräte sind im Visier der CIA, wie "Vault 7" zeigt. Es gebe viele Varianten, wie die CIA beliebte Smartphones aus der Ferne kontrollieren könne, stellt Wikileaks fest. Infizierte Geräte könnten der CIA beispielsweise den Geostandort sowie Audio- und Text-Kommunikation schicken und auch die Kamera und das Mikrofon des Smartphones heimlich aktivieren. Für Android-Smartphones habe die CIA 24 "Zero Day"-Sicherheitslücken entdeckt, mit denen die Behörde in der Lage sei, die Verschlüsselung von Messengern wie WhatsApp, Signal oder Telegram zu umgehen. Dazu würden auf gehackten Smartphones Audio- und Text-Nachrichten gesammelt, noch bevor diese verschlüsselt würden. Die Verschlüsselung selbst hat die CIA demnach offenbar nicht geknackt. Auch die Computer-Betriebssysteme Windows, OSx und Linux seien im Visier der CIA.

US-Konsulat in Frankfurt als Basis

Eine weitere Entdeckung, die Wikileaks in den CIA-Dokumenten gemacht hat, dürfte besonders brisant sein: Demnach nutzt die CIA das US-Konsulat in Frankfurt als Basis für Hacker, die in Europa, dem nahen Osten und Afrika agieren. Die Hacker sollen dazu diplomatische Pässe und Deckung vom US-Außenministerium erhalten.

Im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen hat Wikileaks dieses Mal Informationen in den Unterlagen anonymisiert. Unter den anonymisierten Inhalten sollen sich unter anderem CIA-Ziele innerhalb der USA, Europa und Lateinamerika befinden, auch Namen und Mailadressen wurden unkenntlich gemacht. Die CIA-Dokumente decken nach Angaben von Wikileaks die Jahre 2013 bis 2016 ab.

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