"Literaturen"-Verlag

Sigrid Löffler kritisiert Boulevardisierung

Nach ihrem Ausscheiden bei der Fachzeitschrift "Literaturen" wirft die Literaturkritikerin Sigrid Löffler dem Verlag eine Boulevardisierung vor.

Baden-Baden (ddp) - Nach ihrem Ausscheiden bei der Fachzeitschrift "Literaturen" wirft die Literaturkritikerin Sigrid Löffler dem Verlag eine Boulevardisierung vor. Der Verlag habe ihren Abgang als Herausgeberin damit bewusst in Kauf genommen, sagte die 66-Jährige dem Radiosender SWR2 am Donnerstag.

Löffler äußerte die Befürchtung, die Zeitschrift werde in ein Service-Magazin umgewandelt, das sich am Mainstream orientiere. Um das Blatt auf dem Markt neu zu "justieren", solle Literaturkritik zurückgedrängt werden. Löffler sprach von einer klammheimlichen Boulevardisierung. "Dafür stehe ich nicht zur Verfügung", sagte sie.

Löffler kritisierte, der Verlag habe sie bei der Vermarktung von "Literaturen" nicht ausreichend unterstützt. "So eine Zeitschrift muss von Anfang an professionell vermarktet, vertrieben und beworben werden und daran hat es von Anfang an gefehlt", sagte sie.

Der Friedrich Berlin Verlag, in dem "Literaturen" erscheint, hatte am Montag mitgeteilt, dass Mitbegründerin und Herausgeberin Löffler sich nach 84 Ausgaben zurückziehe, um sich neuen Aufgaben zu widmen.

Verleger Michael Merschmeier hatte gesagt: "Ohne Sigrid Löffler wäre 'Literaturen' nicht möglich gewesen." Die Zeitschrift habe sich im zurückliegenden Jahrzehnt als ein bedeutendes Medium in der Literaturszene etabliert.

Der Friedrich Berlin Verlag ist eigenen Angaben zufolge der bedeutendste Verlag für anspruchsvolle Kulturzeitschriften. Zum Programm gehören außerdem "Theater heute", "Opernwelt" und "ballettanz". Er ein Unternehmen der Klett Gruppe.

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