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Blick über die Südspitze Manhattans auf den jüngsten Entwurf von David Childs für den "Freedom Tower". Mit der Fertigstellung ist inzwischen kaum noch vor 2010 zu rechnen.
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Blick über die Südspitze Manhattans auf den jüngsten Entwurf von David Childs für den "Freedom Tower". Mit der Fertigstellung ist inzwischen kaum noch vor 2010 zu rechnen.

Sicherheit auf die Spitze getrieben

Die letzten Überarbeitungen haben den Freedom-Tower auf Ground Zero weiterhin verändertEine Welt, von Furcht geprägt - das tatsächlich symbolisiere der "Freedom Tower", glaubt der Architekturkritiker der New York Times, Nicolai Ouroussoff. Das neue Design für das Herzstück des neuen World Trade Centers wurde am Mittwoch in New Nork enthüllt. Diesmal ist ein konischer Wolkenkratzer entstanden, mit einer prismenartigen Fassade und einem Stahl-Titan-Betonkern.

Von EVA SCHWEITZER

Eine Welt, von Furcht geprägt - das tatsächlich symbolisiere der "Freedom Tower", glaubt der Architekturkritiker der New York Times, Nicolai Ouroussoff. Das neue Design für das Herzstück des neuen World Trade Centers wurde am Mittwoch in New Nork enthüllt. Diesmal ist ein konischer Wolkenkratzer entstanden, mit einer prismenartigen Fassade und einem Stahl-Titan-Betonkern. Der nunmehr dritte Entwurf, diesmal von David Childs, ähnelt mehr einer modernen Version eines der alten Twin Towers als dem Wolkenkratzer, den Daniel Libeskind noch vor zwei Jahren vorgestellt und mit dem er den weltweit spektakulärsten Architekturwettbewerb nach einer beispiellosen Medienschlacht gewonnen hatte.

Alle Gimmicks - von den Windturbinen über die Gründächer bis zur fragilen Seilstrukturfassade - sind verschwunden. Selbst die Höhe ist nun exakt die gleiche wie die der Twin Towers: Das Dach des "Freedom Tower" wird 415 Meter haben, mit der Balustrade sind es 417 Meter - der eine Turm war um zwei Meter höher gewesen als der andere. Libeskind wollte, dass sein mit Symbolik überbeladener Wolkenkratzer 1776 Fuß (540 Meter) aufrage, um an das Jahr zu erinnern, in dem die USA gegründet wurden. Auch sollte er die Freiheitsstatue reflektieren. Diese Höhe wird nun zwar erreicht, aber nur durch eine riesige Fernsehantenne auf dem Dach. Die ahmt dann die Fackel der Freiheitsstatue nach, indem sie nicht nur leuchtet, sondern auch bläuliche Strahlen in den Himmel schickt, ein schauriger Effekt, der mehr an Flakscheinwerfer erinnert denn an Freiheit.

Von der Straße weggeführt

Querelen hatte es zuvor mehr als genug gegeben: Masterplaner Libeskind und Architekt Childs verkehrten streckenweise nur noch per Anwalt miteinander (jetzt sagte Libeskinds Frau Nina allerdings, der neue Entwurf gefalle beiden besser als das, was Childs zuvor gezeichnet habe). Dem Bauherrn Larry Silverstein gelang es nicht, von seinen Versicherungen das zum Neubau nötigen Kleingeld zu bekommen - er erhielt nur 4,5 Milliarden Dollar, von denen 1,8 Milliarden Dollar bereits für Pacht, Anwälte und Architekten ausgegeben wurden. Zuletzt erforderten Einwände der Polizei, denen der Entwurf nicht sicher genug erschien, eine Umplanung. Die Fertigstellung hat sich bereits um etwa zwei Jahre auf das Jahr 2010 verschoben. Baubeginn soll 2006 sein.

Die Polizei wollte, dass die Gebäudekante von einer vielbefahrenen Straße in die Blockmitte weggeführt werde. Das geschah, indem der Baukörper um 90 Grad gedreht wurde, zudem wurde die Grundfläche kleiner. Zum Ausgleich läuft das Gebäude nicht mehr schmal zu. In den obersten der insgesamt 69 Stockwerke des "Freedom Towers" befinden sich Restaurants und Oberservierungsdecks. Die Lobby wird von Stahlbeton ummantelt, darauf ist eine flirrende dekorative Metallfassade aufgebracht, damit kein bunkerartiger Eindruck entsteht. Auch der Kern - Aufzüge, Treppenhäuser, ein eigenes Treppenhaus für die Feuerwehr, Stromleitungen, Sprinkleranlage - ist von Beton und 100 Tonnen Stahl ummantelt. "Dieses Hochhaus", brachte es Childs auf den Punkt, "ist das sicherste Gebäude der Welt." Auch in der Rhetorik, die die Vorstellung des Entwurfs begleitete, war zwar immer noch von Freiheit und amerikanischen Idealen die Rede, viel mehr aber noch von Sicherheit. Nicht jeden überzeugt das. So forderte Kolumnist des New-York-Observer, Ron Rosenbaum, auf den Bau ganz zu verzichten. Es habe keinen Sinn, Terroristen beeindrucken zu wollen, indem man die Menschen, die dort arbeiteten, dem Risiko einer Attacke aussetze.

Die zusätzliche Sicherheit wird auch die Baukosten in die Höhe treiben. Silverstein wich bei der Vorstellung diesbezüglichen Fragen aus, aber es ist von zwei Milliarden Dollar die Rede - und der "Freedom Tower" ist nur das erste von fünf Hochhäusern, das auf dem Gelände entstehen soll. Mietinteressenten gibt es bisher noch nicht. Silverstein hofft aber auf das umfangreiche Subventionspaket, das die Stadt New York für Downtown Manhattan verabschiedet hat.

Dossier: Wettbewerb am Ground Zero

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