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Münchner Medientage

Die Seele der Zeitung

  • Daland Segler
    VonDaland Segler
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Für Jeff Jarvis ist Print schon tot. Er wurde virtuell per Skype aus seiner New Yorker Wohnung nach München zu den Medientagen übertragen. Symbolkräftiger könnte sich der Wandel für den Print nicht darstellen.

Der Moderator des "Print-Gipfels" bei den Münchner Medientagen war ein Journalist, der online arbeitet: Frank Thomsen von stern.de. Und der Hauptredner kam nicht analog ans Pult, sondern wurde virtuell per Skype aus seiner New Yorker Wohnung übertragen: Jeff Jarvis. Symbolkräftiger konnte sich die veränderte Lage für das Zeitungsgewerbe kaum darstellen. Und Jarvis, der prominente Blogger und Medienexperte ("Was würde Google tun") gab seinem Affen viel Zucker. Die "Content"-Wirtschaft wandele sich zur "Link"-Wirtschaft, dafür sei Google das Modell, dem man folgen solle statt es zu verteufeln und die "alten Medien" zu schützen: "Print stirbt vor unseren Augen!". Auf Thomsens Frage, was die Podiumsteilnehmer denn nun diskutieren sollten, riet Jarvis zu einer "sehr ehrlichen chinesischen Selbstkritik".

Daraus wurde dann doch nichts. Jarvis verfehle den Kern, monierte etwa Bernd Ziesemer, Chefredakteur des Handelsblatts. Ihn interessiere nicht das Etikett "Print", sondern: "Wie kann ich Inhalte und Qualität anbieten." Was Zeitungsverleger-Präsident Helmut Heinen so formulierte: "Die Seele unseres Geschäfts ist Journalismus." Es müsse unterscheidbar sein von anderen, glaubt Ziesemer: "Differenziere dich, oder du stirbst."

Darin sah auch Miriam Meckel die Chance der Zeitung: Da finde sie immer etwas, das sie überrasche. Und Burda-Manager Philipp Welte verwies darauf, dass gedruckte Produkte besser in der Lage seien, Einordnungen zu vermitteln. An die Zukunft des gedruckten Worts glaubten sie also alle, nur an eines nicht: Das Geld zu machen sei mit dem derzeit so oft beschworenen "Paid Content". Aber nächstes Mal soll der "Print-Gipfel" nicht mehr so heißen.

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