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"Der Seewolf" im ZDF

Der Schöngeist und das Biest

  • Harald Keller
    VonHarald Keller
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Das ZDF zeigt eine weitere Neuinterpretation von Jack Londons "Der Seewolf". Hauptdarsteller Sebastian Koch kehrt im Vergleich zu Raimund Harmstorf seinerzeit mehr Larsens intellektuelle Seite hervor. Von Harald Keller

In der Adventszeit 1971 führte die Zeitreise in das San Francisco des Jahres 1906, zu den pazifischen Robbengründen, in die Tundra: Das ZDF zeigte die vierteilige Verfilmung des Abenteuerromans "Der Seewolf". Nachdem der erste Teil noch von der ARD mit einer Übertragung aus dem Ohnsorg-Theater ausgestochen worden war, verdoppelten sich die Einschaltquoten in der Woche darauf - "Der Seewolf" wurde zum TV-Ereignis des Jahres.

Jack Londons Abenteuerstoff scheint an Faszination nicht verloren zu haben. Vor Jahresfrist zeigte ProSieben die von der Produktionsfirma Hofmann & Voges realisierte Neuverfilmung mit Thomas Kretschmann. Parallel entstand als internationale Koproduktion die Adaption der Firma Tele München, die schon den ZDF-Vierteiler hergestellt hatte.

Anders als in den 70ern stammen wesentliche Beiträge aus britischer Hand. Mike Barker führte Regie, der Dramatiker und Drehbuchautor Nigel Williams schrieb das Skript. Der 61-Jährige bewies größere Werktreue als seinerzeit sein deutscher Kollege Walter Ulbrich, der weitere Erzählungen Jack Londons einbezog und so über Rückblenden eine gemeinsame Vorgeschichte des Robbenjägers Larsen und seines unfreiwilligen Passagiers Humphrey Van Weyden konstruierte. Williams betont das erst psychologische, später auch körperliche Duell zwischen dem markigen Larsen und dem Intellektuellen Humphrey Van Weyden. Dieses ideelle Kräftemessen geht unter anderem auf Jack Londons Nietzsche-Lektüre zurück: Der belesene Larsen vertritt einen rabiaten Sozialdarwinismus, Humphrey Van Weyden humanistische Werte.

Larsen setzt den Glauben an das Recht des Stärkeren im Alltag an Bord um und quält die Mannschaft bis aufs Blut. Deutlicher als seinerzeit der vor allem physisch auftrumpfende Raimund Harmstorf - wie er eine scheinbar rohe Kartoffel in der Hand zerquetschte, zählt zur kollektiven Folklore - kehrt Hauptdarsteller Sebastian Koch Larsens intellektuelle Seite hervor. Stephen Campbell Moore spielt Van Weyden, der unter Larsens Regime zum versierten Schiffsführer reift. Regisseur Mike Barker steht erneut auf den Planken, die die Welt bedeuten.

Derzeit dreht der selbe Produktionsverbund eine prominent besetzte Neuverfilmung des "Moby Dick". Der auftraggebende Sender aber hat gewechselt: Der von William Hurt gespielte Kapitän Ahab wütet demnächst bei RTL.

"Der Seewolf", So.und Mi., ZDF, 20.15 Uhr

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