+
Gefragte Grünendoppelspitze: Robert Habeck, Annalena Baerbock.

Talkshows

Robert Habeck ist Talkshowkönig

  • schließen

Kein Politiker war 2018 häufiger in Politik-Talkshows zu Gast als der Grünen-Chef.

Die Politik-Talkshows von ARD und ZDF haben einen ungekrönten König: Robert Habeck. Kein Politiker war 2018 häufiger bei „Anne Will“, „Maischberger“, „Hart aber fair“ und „Maybrit Illner“ zu Gast als der Grünen-Chef. Insgesamt brachte er es auf 13 Auftritte, wie eine Auswertung vor Saisonstart in der kommenden Woche ergab.

Im vergangenen Jahr kreisten die Politik und mit ihr die Talkshows ziemlich stark um sich selbst, wie sich weiter zeigte: Am häufigsten, 13 Mal, war die große Koalition Thema. Auf Platz 2 folgen Merkel und Trump (jeweils acht Sendungen). Das erste Sachthema findet sich erst auf Platz 4: Migration (sieben). Auf den weiteren Plätzen folgen Erdogan (sechs), der Unionsstreit (sechs), die Klimapolitik (fünf), Armut (vier) und Diesel (vier). Themen wie Digitalisierung oder Gesundheitspolitik waren den Machern jeweils nur eine einzige eigene Sendung wert. Das Thema Wohnen kam nur zwei Mal vor.

Blickt man auf die zehn Politikerinnen und Politiker, die am häufigsten zu Gast in den Sendungen waren, sind vor allem Oppositionsparteien vertreten: Hinter Habeck teilen sich Christian Lindner (FDP) und Annalena Baerbock (Grüne) mit jeweils 10 Auftritten den 2. Platz. In dieser Kategorie kann nur noch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mithalten. Sahra Wagenknecht (Linke), die Talkshow-Königin von 2017 mit damals elf Auftritten, schaffte es diesmal mit immerhin sieben Besuchen noch in die Top Ten. Unter den AfD-Politikern war Alexander Gauland am gefragtesten – er konnte sich drei Mal präsentieren. Unter den eingeladenen Journalisten dominierten hingegen mit Robin Alexander („Welt“, 7 Auftritte) und Gabor Steingart (4) Vertreter, die für konservative Positionen stehen. Politik-Talkshows waren auch 2018 vor allem ein Tummelplatz für Männer. Von insgesamt 697 Gästen waren 239 weiblich.

„Ziel der Redaktion ist es, dass möglichst viele in der Gesellschaft vorhandene Meinungen zum jeweiligen Thema vertreten werden“, erklärt Thomas Hagedorn vom ZDF („Maybrit Illner“). „Das können Regierungs- oder Oppositionsvertreter sein, aber auch Wissenschaftler, Verbandsfunktionäre oder Vertreter der Zivilgesellschaft.“ Es sei aber nicht immer möglich, alle relevanten Positionen und Meinungen in der Sendung zu repräsentieren. Dies könne an der begrenzten Anzahl der Plätze oder an Terminschwierigkeiten angefragter Gäste liegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion