New York Times

Ressortleiter tritt zurück

„New York Times“: Mitarbeiter-Protest gegen einen Gastbeitrag, in dem ein Militäreinsatz gegen Black-Live-Matter-Demonstranten gefordert wird.

Ein Ressortleiter der „New York Times“ ist nach heftigem hausinternen Protest gegen einen in der Zeitung veröffentlichten Beitrag eines konservativen Senators zu den Anti-Rassismus-Protesten zurückgetreten. Den Rücktritt von James Bennet, der für die Meinungsseiten verantwortlich zeichnete, wurde von Herausgeber Arthur Gregg Sulzberger bekanntgegeben. Sulzberger ging auf die Kontroverse um den Beitrag des Republikaners Tom Cotton nicht explizit ein. In einer Mitteilung an die Belegschaft bedauerte er nach Angaben der Zeitung jedoch, dass es in der vergangenen Woche eine „bedeutsame Panne“ in den internen Arbeitsabläufen der Redaktion gegeben habe.

Im Kommentar hatte Cotton einen massiven Militäreinsatz gegen Ausschreitungen bei den Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus gefordert. Sein Beitrag trug den Titel „Schickt das Militär“. Rund 800 Beschäftigte der „New York Times“ unterzeichneten eine Petition, in der sie gegen die Veröffentlichung protestierten. Bennet verteidigte seine Entscheidung anfänglich damit, dass es Linie der Zeitung sei, auf ihren Meinungsseiten weltanschauliche Vielfalt widerzuspiegeln. Er sagte aber auch, dass er Cottons Kommentar vor der Veröffentlichung nicht gelesen habe. Auch Sulzberger hatte anfänglich die Veröffentlichung gerechtfertigt. (afp)

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