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Reese wird Leiter des Berliner Ensembles

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Vom Schauspiel Frankfurt zum Berliner Ensemble nach Berlin: Oliver Reese.
Vom Schauspiel Frankfurt zum Berliner Ensemble nach Berlin: Oliver Reese. © dpa

Oliver Reese, Intendant des Schauspiels Frankfurt, wird Nachfolger von Claus Peymann beim Berliner Ensemble. Nach fast zwei Jahrzehnten gibt der leidenschaftliche und streitbare Theatermacher die Leitung ab.

Stabwechsel am traditionsreichen Berliner Ensemble: Nach 18-jähriger Intendanz gibt Claus Peymann (77) im Jahr 2017 die Leitung des einstigen Brecht-Theaters ab. Sein Nachfolger wird Oliver Reese (50), der derzeit noch Intendant des Schauspiels Frankfurt ist. Das gab Berlins scheidender Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Montag bekannt.

Reese sagte, er wolle aus dem Berliner Ensemble (BE) «ein Theater der Gegenwart oder noch konsequenter ein Theater der Autoren» machen. Dafür wolle er international nach Autoren Ausschau halten. Man solle ins Theater gehen wie in einen neuen spannenden Film, sagte Reese. «Ich wünsche mir ein kraftvolles Protagonisten-Ensemble.» Dafür werde er auch Schauspieler aus Frankfurt/Main mit nach Berlin bringen. Der Dramatiker Moritz Rinke soll am BE künftig auch Mitglied der Leitung werden.

Reese wird zum 1. August 2017 die Leitung des BE übernehmen. Peymann leitet das Theater am Schiffbauerdamm in Berlin-Mitte seit 1999. Wowereit, der auch Berliner Kultursenator ist, sagte, er habe Peymann gebeten, seinen Vertrag noch einmal über 2016 hinaus um ein Jahr bis 2017 zu verlängern. Reeses Vertrag läuft zunächst fünf Jahre.

«Das Berliner Ensemble steht sehr gut da in Berlin und der deutschsprachigen Theaterlandschaft», betonte Wowereit. Das sei ein Verdienst von Peymann. Das 1949 vom Dramatiker Bertolt Brecht und der Schauspielerin Helene Weigel gegründete BE gehört zu den am besten besuchten Theatern der Stadt und zieht Besucher aus aller Welt an. Bedeutende Theatermacher wie Ruth Berghaus, Heiner Müller, Peter Palitzsch, Peter Zadek und Matthias Langhoff leiteten das Haus seit seiner Gründung.

Der 1964 in Schloss Neuhaus bei Paderborn geborene Reese war nach Stationen an den Münchner Kammerspielen, dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Bayerischen Staatsschauspiel 1989 als Dramaturg an das Bayerische Staatsschauspiel gegangen. 1991 wurde er Chefdramaturg in Ulm, von 1994 bis 2001 war er dann in der gleicher Funktion am Maxim Gorki Theater Berlin.

Reese-Nachfolge unklar

Danach wechselte er als stellvertretender Intendant an das Deutsche Theater Berlin. In der Spielzeit 2008/09 war Reese dann dort Intendant, in der Saison 2009/10 übernahm er die Leitung des Schauspiels Frankfurt.

Wer dem 50-Jährigen Reese am Schauspiel Frankfurt nachfolgt, ist unklar. Das sagte die Sprecherin des Schauspiels Frankfurt, Veronika Breuning, am Montag. «Das ist zuerst einmal eine wunderschöne Nachricht für Herrn Reese, auch wenn es für die Stadt Frankfurt traurig ist, denn Herr Reese hatte großen Zuspruch beim Publikum», sagte Breuning. «Aber es ist auch eine Auszeichnung, die beweist, dass er das Haus vorangebracht hat.» (dpa)

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