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Natalie Portman hat ihre Reise zum "jüdischem Nobelpreis" abgesagt.

Natalie Portman

Protest gegen Netanjahu

Natalie Portman rechtfertigt ihren Verzicht auf eine prestigeträchtige Preisverleihung in Jerusalem mit Hinweis auf Netanjahus Politik.

Hollywood-Star Natalie Portman hat ihren Verzicht auf eine prestigeträchtige Preisverleihung in Jerusalem rechtfertigt. Sie habe den Eindruck vermeiden wollen, dass sie den als Redner geladenen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unterstütze, erklärte Portman am Samstagmorgen auf Instagram. In ihrer Mitteilung heißt es: „Wie viele Israelis und Juden in aller Welt kann ich kritisch zur Führung Israels stehen, ohne die gesamte Nation boykottieren zu wollen.“

Die in Israel geborene Schauspielerin sollte Ende Juni mit dem Genesis-Preis 2018 ausgezeichnet werden, der auch als „jüdischer Nobelpreis“ bezeichnet wird. Er ehrt laut Veranstaltern Menschen, die durch ihre Leistung inspirieren und sich für jüdische Menschen und Werte engagieren. Der Veranstalter hatte „politische Gründe“ für Portmans Absage angedeutet und erklärt, die Künstlerin habe „die jüngsten Ereignisse in Israel als extrem bedauerlich empfunden“. Einige israelische Politiker reagiert darauf empört.

Bei Massenprotesten im Gazastreifen sind seit Ende März Dutzende Palästinenser getötet und Hunderte durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt worden. Das Vorgehen der Armee wurde unter anderem von Menschenrechtsorganisationen als unverhältnismäßig kritisiert.

Israel sei als Rückzugsraum für jene gegründet worden, die vor dem Holocaust flohen, erklärte Portman nun. „Aber die Misshandlung all jener, die heute unter Gräueltaten leiden, entspricht nicht meinen jüdischen Werten. Weil ich mich um Israel sorge, muss ich aufstehen gegen Gewalt, Korruption, Ungleichheit und Machtmissbrauch.“ (dpa)

 

My decision not to attend the Genesis Prize ceremony has been mischaracterized by others. Let me speak for myself. I chose not to attend because I did not want to appear as endorsing Benjamin Netanyahu, who was to be giving a speech at the ceremony. By the same token, I am not part of the BDS movement and do not endorse it. Like many Israelis and Jews around the world, I can be critical of the leadership in Israel without wanting to boycott the entire nation. I treasure my Israeli friends and family, Israeli food, books, art, cinema, and dance. Israel was created exactly 70 years ago as a haven for refugees from the Holocaust. But the mistreatment of those suffering from today’s atrocities is simply not in line with my Jewish values. Because I care about Israel, I must stand up against violence, corruption, inequality, and abuse of power. Please do not take any words that do not come directly from me as my own. This experience has inspired me to support a number of charities in Israel. I will be announcing them soon, and I hope others will join me in supporting the great work they are doing.

Ein Beitrag geteilt von Natalie Portman (@natalieportman) am Apr 20, 2018 um 3:37 PDT

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