Konzertveranstalter

Protest gegen Gema-Gebühren

Die Gema in München, die die Urheberrechte der Musikschaffenden vertritt, will die Abgaben auf den Bruttoumsatz beim Konzertkartenverkauf schrittweise auf zehn Prozent erhöhen.

München. Die geplante höhere Beteiligung von Komponisten, Textautoren und Musikverlegern an den Konzerteinnahmen sorgt für Streit. Die Gema in München, die die Urheberrechte der Musikschaffenden vertritt, will die entsprechenden Abgaben auf den Bruttoumsatz beim Konzertkartenverkauf schrittweise auf zehn Prozent im Jahr 2014 erhöhen. Das hat Gema-Sprecherin Bettina Müller in München bestätigt.

Die Konzertveranstalter haben gegen die ersten Erhöhungen vom 1. Februar an protestiert und verlangen die Beibehaltung der bisherigen Tarife. Sie warnten vor negativen Folgen für den Künstlernachwuchs und die Konzertvielfalt.

Die deutsche Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) verteidigt die geplante Erhöhung mit dem Hinweis, die Vergütungssätze seien im internationalen Vergleich "sehr niedrig und moderat". Im Übrigen habe man mit der Staffelung über einen Zeitraum von sechs Jahren die Erhöhung "bewusst moderat gehalten, damit sich die Konzertveranstalter auf die neuen Tarife einstellen können". Gemessen an den Umsätzen der Konzertwirtschaft, nähmen sich die in den Kalkulationen enthaltenen Kosten für die Urheber bescheiden aus.

Konzertveranstalter, die Mitglied in einem entsprechenden Verband sind, müssen derzeit nach Gema-Angaben von den Brutto-Einnahmen des Kartenverkaufs für Konzerte mit bis zu 3000 Personen nur 1,9 Prozent abtreten, für Konzerte mit bis zu 15.000 Personen 1,5 Prozent und für Konzerte mit über 15.000 Personen 3,6 Prozent.

Diese Sätze sind nach Gema-Ansicht inzwischen "unangemessen niedrig", Rechtsprechung und Literatur hielten eine 10-prozentige Beteiligung des Urhebers für angemessen. Deshalb werden die Sätze bis 2014 für Konzertveranstalter in Verbänden auf 8 Prozent, für nichtorganisierte Veranstalter auf 10 Prozent erhöht.

Die Gema vertritt nach eigenen Angaben in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60.000 Mitgliedern (Komponisten, Textautoren und Musikverleger) sowie von mehr als einer Million Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik. (dpa)

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