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Durfte in einer Soap kräftig die CSU loben: Markus Söder.
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Durfte in einer Soap kräftig die CSU loben: Markus Söder.

CSU TV

Produkt- Placement Politik

  • Holger Schmale
    VonHolger Schmale
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Der Auftritt des CSU-Politikers Markus Söder als Laiendarsteller in "Dahoam is Dahoam" hat Folgen: BR-Intendant Ulrich Wilhelm sprach eine Art Machtwort. Und CSU-Chef Horst Seehofer ist jetzt beleidigt, dass Politikern die Freude an einem Fernsehauftritt genommen werden soll.

Eigentlich gilt der Bayerische Rundfunk als eine zuverlässige Bastion der CSU. Dass der Finanz- und, jawohl: Heimatminister Markus Söder als Laiendarsteller in der Heimatserie „Dahoam is Dahoam“ auftritt und dort niemand anderen als den CSU-Minister Markus Söder spielt, fanden alle Beteiligten deshalb erst einmal ganz normal. Ein sechsköpfiges Autorenteam schrieb die Szene, in der Söder mit seinem Dienstwagen auf einer bayerischen Landstraße liegen bleibt und von einer Metzgersfrau im schaukelnden Lieferwagen mitgenommen wird.

Wer die Szene unbefangen sieht, könnte auf die Idee einer Parodie kommen, so platt preist Söder im Dialog mit der Frau die Verdienste der CSU-Regierung an. Aber im Bayerischen Rundfunk meint man so etwas ganz ernst. Und damit es wirklich viele anschauen, hatte Söder zuvor auch noch einen Auftritt in der BR-Regionalsendung „Abendschau“, in der ein Moderator sieben schleimige Minuten lang mit dem Minister über dessen Filmrolle plauderte.

Das war den Grünen dann doch zu viel. „So ein dreistes Politiker-Placement“, schimpfte Fraktionschef Ludwig Hartman. „Da bleibt einem die Luft weg.“ Der BR wies die Kritik erst einmal in gewohnter Manier ab, bis Intendant Ulrich Wilhelm wohl selbst einmal einen Blick in die Sendung warf und den Auftritt Söders als „problematisch“ befand.

Politiker hätten in solchen Serien nichts verloren, ordnete er dann sinngemäß an. Dazu muss man wissen, dass Wilhelm – wie könnte es beim BR auch anders sein – selber Mitglied der CSU ist. Bekanntermaßen zählt Merkels früherer Regierungssprecher zu den feinsinnigeren Zeitgenossen, platte Propaganda war seine Sache noch nie.

Das aber hat nun wiederum den Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer auf den Plan gerufen. Nach Informationen des in München erscheinenden Magazins „Focus“ hat er sich in einem Brief an Wilhelm bitter beschwert, dass dieser alle Politiker ins Abseits stelle. „Ich komme mir da als Politiker vor wie ein infiziertes Geschöpf, mit dem keiner in Berührung kommen soll“, schrieb Seehofer. Politiker hätten solche TV-Auftritte als Werbung nicht nötig, viele hätten aber Freude daran. Wilhelm möge sie bittschön ernst nehmen und respektieren. Wie man Wilhelm kennt, wird ihn das nicht sehr beeindrucken, CSU hin oder her.

Die Kollegen von der „heute show“ im ZDF haben in diesem Zusammenhang noch einen Vorschlag: Man möge den BR doch einfach umbenennen. In PR.

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