Hanauer Sekten-Prozess

Preis für FR-Redakteur

Die Otto-Brenner-Stiftung zeichnet Gregor Haschnik für seine Recherche über den Tod eines Kindes in einer Sekte aus.

Als der vierjährige Jan H. im August 1988 in den Räumen einer Sekte in Hanau starb, wurde der Fall als Unfall zu den Akten gelegt. Im September 2020 kam das Hanauer Landgericht zu einem ganz anderen Urteil. Es verurteilte die Chefin der Sekte wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie den Vierjährigen in einen Leinensack eingeschnürt und seine panischen Schreie ignoriert hatte.

Dass es zu dieser Wendung kam, hat viel mit FR-Redakteur Gregor Haschnik zu tun, der seit 2014 gegen jede Menge Widerstände in dem Fall recherchierte. Dafür zeichnete ihn jetzt die Otto-Brenner-Stiftung mit dem ersten Preis für kritischen Journalistmus aus. Die Ehrung, für die es mehr als 500 Bewerbungen gab, ist mit 10 000 Euro dotiert. Die Entscheidung traf die Jury am Tag vor dem Urteil. Unabhängig von dem Verfahren habe Haschnik ans Licht gebracht, „mit welchen unglaublichen Praktiken diese Sekte geführt wird“, so die Jury. Eine Übersicht über den Fall veröffentlichte Haschnik im FR-Wochenendmagazin FR7. Mit der Geschichte „Wie starb Jan H.?“ habe der Redakteur „etwas Außerordentliches geschafft“, heißt es in der Begründung der Jury.

Der Text ist als Download erhältlich unter www.fr.de/jan-h

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