Berlin

„Pizza, alles drauf“

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Die Berliner Kunsthalle der Deutschen Bank plant einen Umzug und hat vermischte Pläne.

Nichts soll am Berliner Boulevard Unter den Linden bleiben, wie es ist. An allen Ecken wird gebaut, unterirdisch bahnt sich eine bislang unvollendete U-Bahn-Linie ihren Weg, und verkehrsbewusste Politiker fragen sich, ob der sich über die Prachtmeile schleppende Autoverkehr nicht insgesamt des Feldes verwiesen werden sollte.

Es soll halt wieder schön werden an der preußischen Flaniermeile.

Aber es gibt noch mehr Bewegung am Boulevard, wo der Immobilienkampf um die besten Adressen schon manche Volte hervorgebracht hat. Laut Berliner „Tagesspiegel“ wird demnächst die Kunsthalle der Deutschen Bank ein paar Häuser weiterziehen. Von 2018 an möchte das zuletzt etwas derangierte Geldhaus seine seit jeher bemerkenswerten Kunstaktivitäten im Prinzessinnenpalais Unter den Linden Nummer 5 präsentieren. In dem lange leerstehenden Haus, das der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer Verlags Matthias Döpfner 2014 erwarb, beabsichtigt die Deutsche Bank, ihr künstlerisches Engagement in Berlin neu zu ordnen.

Auf insgesamt 3000 Quadratmetern will man ein Crossover von Kunst, Kultur und Sport versuchen, es soll Workshops, Lesungen und Konzerte geben. Eine Art kulturelle „Pizza, alles drauf“, was in der Berliner Kulturpolitik unter dem Stichwort Eventbude zuletzt arg in Verruf geraten war.

Dabei ist die Kunsthalle der Deutschen Bank, die zunächst in Zusammenarbeit mit der Guggenheim Foundation in einer ehemaligen Kassenhalle Unter den Linden 13/15 betrieben worden war, auch nach dem Ausscheiden von Guggenheim einer der feinsten Berliner Kunstorte mit einem avancierten Ausstellungsprogramm geblieben. In der Reihe „Künstler des Jahres“ unternahm das Bankhaus ein überzeugendes Kunstscouting und mit Jackson Pollocks „Mural Energy Made Visible“ zeigte man einen monumentalen Klassiker der Moderne. Aus dem Versteck der alten Kassenhalle drängt die Deutsche Bank nun ist Offene. Bewirtung ist am Ort des berühmten Operncafés ebenfalls geplant.

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