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Anne Will verzichtet in ihrer Diskussionsrunde über die Ereignisse in der Odenwaldschule auf einen offiziellen Vertreter der Einrichtung.
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Anne Will verzichtet in ihrer Diskussionsrunde über die Ereignisse in der Odenwaldschule auf einen offiziellen Vertreter der Einrichtung.

Odenwaldschule

Odenwaldschule darf nicht mitdiskutieren

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Anne Will lädt zu ihrer Talkrunde Ex-Schüler ein, aber keine Schulvertreter – die fürchten, dass das Internat ins falsche Licht gerückt wird.

Die Odenwaldschule ärgert sich darüber, dass sie keinen Gesprächspartner in die Diskussionssendung „Anne Will“ am heutigen Abend schicken darf. Ein bereits eingeladener Vertreter sei „aus ,tagesaktuellen Gründen‘ leider wieder ausgeladen“ worden, teilte der Runde Tisch Odenwaldschule mit.

Das Gremium setzt sich aus Vertretern des Trägervereins der Schule, von Altschülern, Eltern und dem Opferverein Glasbrechen zusammen. „Damit kann die Odenwaldschule nicht unmittelbar in der Sendung ,Anne Will‘ Stellung nehmen – sie kann zum Beispiel weder auf ihr Präventionskonzept hinweisen, noch kann ein Eltern- oder Schülervertreter über das Leben an der Odenwaldschule heute berichten. Dies ist sehr bedauerlich“, stellt der Runde Tisch fest.

Zwei ehemalige Schüler

Die Talkshow folgt auf den Film „Die Auserwählten“, der vom sexuellen Missbrauch an der Internatsschule im südhessischen Heppenheim berichtet (siehe Kritik auf dieser Seite). Zwei frühere Schüler der Odenwaldschule werden in der Runde von Anne Will sitzen: Tilman Jens, der unter dem Titel „Freiwild“ ein Buch über die Schule und deren Missbrauchsgeschichte geschrieben hat, und Adrian Koerfer. Er ist der Vorsitzende des Vereins Glasbrechen. Weitere Teilnehmer der Runde sind die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer und Andreas Zimmer vom Bistum Trier der katholischen Kirche.

Die Redaktion von „Anne Will“ bestätigte nicht, dass es eine konkrete Einladung an die Schule gegeben habe, die rückgängig gemacht worden sei. Sprecherin Nina Tesenfitz sprach vielmehr von „Wünschen von außen“, die man nicht berücksichtigen könne. Man wolle sich in der einstündigen Sendung nicht nur auf die Odenwaldschule konzentrieren, sondern auch die Debatte um sexuellen Missbrauch generell führen. Sie trägt den Titel „Weggehört und weggeschaut – Warum war Missbrauch über Jahrzehnte möglich?“

Ein falsches Licht

Der Runde Tisch Odenwaldschule erinnerte in seiner Stellungnahme daran, dass die Schule „den Mut gehabt“ habe, die Entstehung des Films „Die Auserwählten“ zu unterstützen. Dies sei ein Beleg, dass die Schule versuche, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Nun sei zu befürchten, dass durch den Film und möglicherweise auch durch die Diskussion bei „Anne Will“ die Odenwaldschule des Jahres 2014 in ein falsches Licht gerückt werde.

Zuvor hatten zwei ehemalige Odenwaldschüler versucht, die Ausstrahlung des Films zu verhindern. Der WDR prüfte die Sache juristisch und kam zu dem Schluss, dass die Vorwürfe nicht zuträfen. Andere Ehemalige machten sich für die Ausstrahlung stark. So urteilte der Glasbrechen-Vorsitzende Koerfer: „Der Film von Christoph Röhl erscheint uns wichtig und in weiten Teilen richtig – weil er durchaus die Geschichte vieler Opfer repräsentiert.“

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