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An der Wall Street wurde Twitter kurz geliebt: Als sich gleich mehrere Kaufinteressenten um den Mikrobloggingdienst rissen.

#WeAreTwitter

Nutzer wollen Twitter übernehmen

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Twitter-Nutzer tun sich zusammen und starten eine Petition. Ihr Ziel: Sie wollen Twitter zur Zusammenarbeit bewegen, den 140-Zeichen-Dienst übernehmen - und Twitter besser machen.

Die Wall Street mag Twitter nicht - die Nutzer dagegen sind große Fans des Mikrobloggingdienstes und schätzen dessen Wert nicht anhand von Nutzerzahlen, Monetarisierungsmöglichkeiten und Aktienkursen ein. Für sie sind andere Dinge wichtig: Über Twitter kann man mit Fremden und Freunden kommunizieren, der 140-Zeichen-Dienst bereichert Nachrichten, Kultur, Beziehungen - kurz: das ganze Leben. Das sagen Nutzer, die sich zusammengetan haben, um Twitter ein Angebot zu machen: Sie möchten Twitter kaufen.

"Was wäre Twitter ohne unsere Tweets?", fragen sie in einem Manifest, in dem sie ihre Ideen schildern. Sie möchten Twitter einen Deal vorschlagen, der sicherstellen soll, "dass Großartigkeit der Grund von Twitters Existenz ist, nicht bloß das Füttern der Aktionäre". Dazu wollen sie "ein besseres Geschäftsmodell bauen als den Verkauf unserer Aufmerksamkeit an Werbekunden".

Um das zu erreichen, soll eine Genossenschaft ins Leben gerufen werden, gleichzeitig gibt es eine Petition, deren Unterzeichner Twitter dazu auffordern, mit ihnen zusammenzuarbeiten, "um die Zukunft des Unternehmens gemeinsam mit denjenigen zu gestalten, die am meisten an seinen Services hängen". Einige der Unterzeichner seien Twitter-Aktionäre und hätten bereits zugesagt, das Anliegen der Petition durch die Übertragung ihrer Stimmrechte zu unterstützen.

"Twitter, erinnerst du dich noch, wie alles anfing?", fragen die Nutzer, die Twitter kaufen möchten, in ihrer Petition. "Niemand glaubte, dass 140 Zeichen jemals etwas Bedeutsames bewirken könnten. Doch schau Dir an, was wir seitdem gemeinsam geschafft haben. Lass uns doch wieder etwas Erstaunliches machen."

Die Idee, Twitter zu kaufen, hatte ursprünglich der Autor Nathan Schneider, der in einem Kommentar für den "Guardian" vorschlug: "Lasst uns Twitter kaufen". Aus dem Artikel entstand eine Gruppe Nutzer, die sich mit dem Thema ausführlicher beschäftigte und die letztendlich die Petition veröffentlicht.

Während die Kaufinteressenten Salesforce, Disney und Google längst abgesprungen sind und der Aktienkurs von Twitter seit Anfang Oktober wieder auf dem Sinkflug ist, lässt das Interesse einiger Nutzer an einem Kauf von Twitter nicht nach. Zwar haben erst gut 600 Personen die Petition mitgezeichnet, doch auf Twitter nimmt der Hashtag #WeAreTwitter langsam an Fahrt auf.

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