Indien

Noch ein Heimatminister

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Herzensprojekte: Ein Denkmal für Sadar Patel.

Die einheimischen Vorstellungen von Größe kann man getrost vergessen, wenn man sich mit dem indischen Bundesstaat Gujarat befasst. Er ist etwa 800 Mal so groß wie beispielsweise Berlin und hat mit rund 60 Millionen Einwohnern fast so viele wie Deutschland (wenn man ein oder zwei Bundesländer abzieht). 

Die Hauptstadt des Staates trägt den Namen Gandhinagar, und die wirtschaftlich bedeutendste Stadt heißt Ahmedabad. Wir erwähnen das, um damit zu verblüffen, wie viele große Städte es gibt, von denen man keine Ahnung hat. 

Größe ist in Gujarat aber nicht alles, manchmal sind es auch die kleinen Dinge, die zählen. Zum Beispiel kann man durch das Anklicken bei Wikipedia lernen, dass Gujarat eines der weltweit letzten Gebiete außerhalb Afrikas ist, die natürlichen Lebensraum für Löwen bieten. Zählungen im Jahre 2005 ergaben, dass die kleine Population an Löwen, die in Gujarat im Gir-Nationalpark beheimatet sind, wieder gewachsen ist. Das ist auf Bemühungen der Regierung im Kampf gegen Wilderer zurückzuführen. 

Mit derlei Maßnahmen wird ein Bundesstaat wie Gujarat aber nicht bekannt. Deshalb hat man nun ein Denkmal für Sadar Patel errichtet. Sadar Patel war der erste Heimatminister des unabhängigen Indiens und vereinte die 562 Staaten des Landes zu einer Republik. 

Die 182 Meter hohe Skulptur ist ein Herzensprojekt des populistischen indischen Premierministers Narenda Modi und ist fast dreißig Meter höher als der Kölner Dom. Betrachtet man sie von der Seite, schaut sie ein bisschen aus wie Horst Seehofer, obwohl der mit Indien bislang eher wenig zu tun hatte. An andere Vorstellungen von Größe allerdings wird man sich wohl auch bei uns gewöhnen müssen.

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