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Nike Wagner kritisiert Katharina

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Wagner bewirbt sich gemeinsam mit Mortier um die künftige Leitung der Bayreuther Festspiele.
Wagner bewirbt sich gemeinsam mit Mortier um die künftige Leitung der Bayreuther Festspiele. © Foto: dpa

Der Kampf um die Nachfolge Wolfgang Wagners als Leiter der Bayreuther Festspiele nimmt kein Ende: Nike Wagner hat nun noch einmal ihre Rivalin und Cousine Katharina attackiert.

Bayreuth (dpa) - Kurz vor der Entscheidung über die Nachfolge von Wolfgang Wagner als Leiter der Bayreuther Festspiele hat dessen Nichte Nike Wagner noch einmal ihre Konkurrentin Katharina kritisiert. Für ihre Cousine seien bereits von interessierter Seite Fakten geschaffen worden, um Wolfgang Wagners dynastischen Wünschen zu entsprechen, sagte die Leiterin des Weimarer Kunstfestes dem "Spiegel". Für Katharinas Halbschwester und Mitbewerberin Eva Wagner- Pasquier sei dagegen die Tür für eine Zusammenarbeit im künftigen Direktorium des Festspiele offen, sagte die 63 Jahre alte Tochter Wieland Wagners.

Nike Wagner hatte erst vor wenigen Tagen ihre Bewerbung mit Gérard Mortier, dem ehemaligen Intendanten der Salzburger Festspiele, bekanntgegeben. Den Festspielen drohe jedoch schon jetzt ein gewaltiger Qualitätsverlust, sagte Nike Wagner dem "Spiegel".

Ohne ihre Bewerbung hätte es überhaupt keinen Impuls zur Veränderung gegeben, erklärte sie. Das Festival verharre in der bestehenden altfränkischen Kungelei. Katharinas Idee, Wagner für Kinder aufzuführen, nannte Nike Wagner schrecklich. Kunstwerke sollten verstanden, nicht erkrabbelt werden.

Die Leiterin des Festivals Junger Künstler in Bayreuth, Sissy Thammer, erteilte am Samstag der Forderung von Nike Wagner nach Gründung einer Orchesterakademie für den künstlerischen Nachwuchs eine Absage. Dies sei eines der Hauptanliegen des Festivals, das sich seit Jahrzehnten durch Erfahrung, Know How und Qualität bewährt habe, erklärte Thammer. Bei der Neuentwicklung und Neuausrichtung der Bayreuther Festspiele biete sich bei ähnlichen Zielsetzungen mit dem Festival Junger Künstler die Chance, vorhandene Strukturen zu nutzen und Synergien zu schaffen.

Nach Einschätzung der kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Monika Griefahn läuft bei der Sitzung am 1. September alles auf ein schnelles Votum für Wolfgang Wagners Töchter Katharina und Eva hinaus. "Zumindest gibt es ja sehr intensive Signale, dass dort dem alten Herrn ein Zugeständnis gemacht worden ist, um auch seinen Rücktritt hinzubekommen", betonte Griefahn im Deutschlandradio Kultur.

Griefahn nannte es eine der Hauptaufgaben der künftigen Festspielleitung, ein "neues Publikum" für Bayreuth zu gewinnen und auch junge Leute für die Oper zu begeistern. Außerdem müsse der Kreis der Geldgeber erweitert werden, damit auch die Finanzierung beispielsweise von Public-Viewing-Veranstaltungen gesichert sei.

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