Ein Riesenerfolg: Die Asterix-Comics verkauften sich bis jetzt über 350 Millionen Mal.
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Ein Riesenerfolg: Die Asterix-Comics verkauften sich bis jetzt über 350 Millionen Mal.

Comics

Neuer Zeichner für Asterix

  • vonJens Balzer
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Albert Uderzo, der 84-jährige Co-Vater der beliebten Comics, zieht sich zurück. Allerdings kündigte er zugleich ein letztes Album mit neuen Abenteuern rund um die starken Gallier für Ende 2012 an.

Asterix ist am Ende. Am Montag hat Albert Uderzo, der inzwischen 84-jährige Zeichner der europaweit beliebtesten Comic-Serie, seinen endgültigen Rückzug aufs Altenteil bekannt gegeben. 350 Millionen Asterix-Alben wurden seit dem ersten Band „Asterix der Gallier“ (1959) weltweit verkauft. Bei einer Feier aus diesem Anlass erklärte Uderzo seinen Entschluss – und kündigte für Ende 2012 ein neues Asterix-Album an.

Asterix steht nämlich auch wieder am Anfang: Er habe einen Nachfolger gefunden, der die Comics künftig zeichnen werde, so Uderzo. Gerade das – die Einsetzung eines Erben – hatte er lange Zeit kategorisch ausgeschlossen. Seit 1977 der Mit-Erfinder der Figur, der geniale Szenarist René Goscinny, im Alter von nur 51 Jahren verstorben war, führte Uderzo die Serie alleine weiter. Er zeichnete nicht nur die Bilder, sondern entwarf auch die Szenarien und textete die Dialoge: „Ich hatte zu viel Angst davor, dass ein neuer Szenarist die Figuren verändern würde“, sagte er vor ein paar Jahren im Interview mit der Berliner Zeitung. „Ich wollte die Serie unbedingt im Geiste Goscinnys weiterführen; und weil ich so eng und lange mit ihm zusammengearbeitet habe, dachte ich, dass ich das am besten kann.“

Ob ihm das mit den bisher neun Alben seit „Der große Graben“ (1980) geglückt ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Vielleicht könnte man sagen, dass Uderzos Talente eher im Zeichnen als im Erzählen liegen: Von dem ironischen Humor, dem fein karikierenden Stil Goscinnys war am Ende jedenfalls nicht mehr allzu viel übrig.

Über die Wahl des Nachfolgers hielt Uderzo sich am Montag zwar bedeckt. „Ein Zeichner, der uns lange Zeit in einem von uns geschaffenen Studio begleitet hat“, sagte er lediglich. Gegenüber dem französischen Comic-Magazin „Casemate“ hatte er jedoch schon im Juli zwei Namen genannt: Als künftigen Zeichner habe er Frédéric Mébarki vorgesehen, der seit zehn Jahren die Kolorierung der Asterix-Comics besorgt. Die Szenarien soll Jean-Yves Ferri verfassen; ihn kennt man als Verfasser von eleganten, leise-humorvollen Alben wie „Die Reise aufs Land“.

Eine gute Wahl: Wer, wenn nicht diese beiden, könnte den Zaubertrank kennen, der die müde gewordenen Gallier ins Leben zurückzuholen vermag.

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