Immaterielles Kulturerbe

Grasedanz und Wanderschäferei

Sieben Formen sind neu im Immateriellen Kulturerbe Deutschlands.

Das handwerkliche Bierbrauen und die deutsche Friedhofskultur zählen künftig zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Das bestätigten die Kulturministerkonferenz (KMK) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag auf Empfehlung des Expertenkomitees der Deutschen Unesco-Kommission. Zu den weiteren Kulturformen gehören demnach die Süddeutsche Wander- und Hüteschäferei, die Nutzung bäuerlicher Gemeinschaftswälder im Steigerwald und angrenzenden Regionen, die Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift, der Brauch des „Martensmann“ sowie der „Grasedanz“ im Harz.

Zudem bestätigte die KMK die Nominierung des modernen und zeitgenössischen Tanzes sowie die Beteiligung Deutschlands an den multinationalen Nominierungen der Flößerei und der Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas für die weltweiten Unesco-Listen des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Dazu müssen die Kulturformen bereits im Bundesweiten Verzeichnis gelistet sein. Es umfasst derzeit über 100 Kulturformen.

Die Friedhofskultur in Deutschland beinhaltet nach Unesco-Angaben „die Friedhofsgestaltung, Bestattungspraxis sowie Trauer- und Erinnerungsrituale“. Damit verbundene handwerkliche Techniken und Praktiken erhielten diese Kulturform und sorgten für die Pflege der Friedhöfe. „Die Friedhöfe sind als naturnahe Orte der Erinnerungskultur heute zugleich Abbilder einer pluralistischen Gesellschaft“, hieß es. Mit Blick auf das Bierbrauen verwies die Unesco vor allem auf die regionale Verwurzelung, die „zu einer engen Bindung der Menschen“ beitrage, und „durch gemeinschaftliche Rituale wie Feste, Stammtische und durch Vereine noch verstärkt wird“. kna

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