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MyTaxi und Hailo fusionieren

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Von: Tim Szent-Ivanyi

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Noch ein Taxi frei? My Taxi ist künftig Europas größtes Taxi-Netzwerk.
Noch ein Taxi frei? My Taxi ist künftig Europas größtes Taxi-Netzwerk. © imago

Die Daimler-Tochter MyTaxi fusioniert mit dem britischen Anbieter Hailo. Zusammen bilden sie Europas größtes Taxi-Netzwerk.

Früher galt: Nur wer ein Auto hat, ist wirklich mobil. Heute gibt es Carsharing, Elektro-Fahrräder, Fernbusse, Billigflieger und intelligente Vermittlungs-Apps, die eine neue Form der Mobilität bieten. Auch die Autohersteller wissen, dass es heute nicht mehr reicht, einfach nur Autos zu bauen. Der Automobilkonzern Daimler ist schon seit einiger Zeit dabei, neue Mobilitätslösungen zu entwickeln und anzubieten. Nun formt er durch die Fusion seiner Tochter MyTaxi mit dem Londoner Taxi-App-Anbieter Hailo das europaweit größte Taxi-Netzwerk. Es soll auch dabei helfen, den umstrittenen Fahrdienst Uber in Schach zu halten.

Das fusionierte Unternehmen wird nach den Angaben beider Unternehmen unter der Marke My Taxi operieren. Das Hauptquartier wird in Hamburg sein, wo MyTaxi sitzt. An dem fusionierten Unternehmen wird Daimler 60 Prozent halten, die Hailo-Eigner die restlichen Anteile. Firmenchef wird der bisherige Hailo-Vorstand Andrew Pinnington.

Die Daimler-Tochter My Taxi vermittelt bisher Taxifahrten in Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Portugal, Spanien und Schweden über eine Smartphone-App, Hailo bietet den gleichen Service in Großbritannien, Irland und Spanien an.

Der neue Anbieter wird laut Firmenangaben mit 100 000 registrierten Fahrern in mehr als 50 Städten in neun Ländern aktiv sein; die Zahl der Passagiere wird mit 70 Millionen angegeben.

Großer Marktanteil in Deutschland

My Taxi wurde 2009 gegründet und beschäftigt derzeit 200 Mitarbeiter. Das einstige Startup gilt als Erfinder der Taxi-Vermittlungs-App, die den klassischen Taxizentralen Konkurrenz macht. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in Deutschland einen Marktanteil von 40 Prozent, jedes zweite Taxi sei für My Taxi im Einsatz. Hailo wurde 2011 gegründet und von prominenten Investoren wie dem Virgin-Gründer Richard Branson mit insgesamt über 100 Millionen Dollar finanziert. Hailo hatte 2014 einen Verlust von 21,7 Millionen Pfund (25,8 Millionen Euro) erwirtschaftet. Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.

Hailo war auch eine Zeitlang in den USA aktiv, konnte aber im Wettbewerb mit Uber und dessen Rivalen Lyft nicht bestehen und zog sich 2014 zurück. Hailo-Chef Pinnington sagte, in Europa sei Uber als Wettbewerber eigentlich nur im Großraum London relevant. Die Amerikaner vermitteln Fahrgäste auch an private Fahrer mit eigenem Auto. In Deutschland ist diese Form der Vermittlung verboten, weil entsprechende Gesetze zur Regelung der Personenbeförderung verletzt werden. Auch in vielen anderen europäischen Ländern gelten für Uber Verbote oder zumindest Einschränkungen.

Bei der Fusion von My Taxi und Hailo fließt kein Geld, der Deal wird allein durch den Austausch von Firmenanteilen finanziert. My Taxi-Gründer Niclaus Mewes rückt in den Aufsichtsrat. Außerdem wird Mewes Geschäftsführer der Daimler Mobility Services GmbH. „Er wird eine zentrale Rolle bei der Integration und der strategischen Entwicklung des neuen My Taxi-Unternehmens spielen“, heißt es in der Erklärung beider Firmen. Dem Deal müssen noch die europäischen Kartellbehörden zustimmen. Die Firmen zeigten sich jedoch optimistisch, dass sie grünes Licht bekommen werden.

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