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Photogravure nach dem Gemälde "Prager Fenstersturz" (1889) von Wenzel von Broznik (1851-1901).

Dreissigjähriger Krieg

Mutwillig in den Krieg

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23. Mai 1618: Heute vor 400 Jahren setzte der Prager Fenstersturz den Dreißigjährigen Krieg in Gang.

Unruhe auf den Straßen, Ungestüm im Saal. Nicht allein ein verletztes Rechtsempfinden und ein herausgefordertes Religionsbekenntnis, eine wilde Lust verschaffte sich Luft, um sich zu sagen: endlich! Denn, ja, die kaiserlichen Beamten sollten nicht nur zur Rede gestellt werden, deren Hochmut sollte bestraft werden. Grimmiger Unmut verlangte nach einem unmissverständlichen Zeichen. Denn, nein, so lasse man sich nicht mehr behandeln. 

Die Geschichte des Prager Fenstersturzes am 23. Mai 1618 ist vielfach erzählt worden, als eine Aufwallung in jedem Fall. Man war kühn; war man auch klug? „Den Prahlhansen“, so steht es, unvergessen, bei Ricarda Huch, „müsse einmal gründlich das Maul gestopft werden. Einzelne Stimmen wurden laut, man müsse sie defenestrieren, sie hätten es vollauf verdient.“ Ob aus Ungeduld oder Überschwang, die Tat war bei aller Spontaneität wohl ein bewusstes Attentat.

Denn die Defenestration war in Böhmen ein „landesüblicher Brauch“, lesen wir bei Friedrich Schiller, tatsächlich übliche Lynchjustiz. Gesagt, getan auch an diesem Morgen. Also packten aufsässige Hände die kaiserlichen Repräsentanten und warfen sie durch ein Fenster der Prager Burg, des Hradschin, hinaus, unter tödlich gemeinten Verwünschungen. Doch die aus der „Höhe von vierzig Ellen herabgestürzten Männer“ (R. Huch) fuhren nicht etwa zur Hölle, sondern landeten weich, aufgefangen von einem Misthaufen.

Diese lebhafte Darstellung ist immer wieder revitalisiert worden. Doch so tragikomische Züge die Tat auch trägt, der rebellische Übergriff der böhmischen Bürger und Adeligen auf die kaiserlichen Statthalter beschwor einen Krieg herauf. Offensichtlich die Unfähigkeit zu einem Kompromiss. 

Unversöhnlich die Verbitterung auf beiden Seiten, zwischen Katholiken und Protestanten, zwischen Kaiser und böhmischen Ständen. Ungehemmt prallten die Verfassungsansprüche des Reichs und die Interessen der Rebellen, die sich auf kaiserlich verbriefte Rechte beriefen, aufeinander. Übermächtig der Unwille, den Konflikt, der ein Verfassungskonflikt war, friedlich beizulegen. Umso weniger war das möglich, weil er dominiert wurde von religiös motiviertem Mutwillen. 

Auf dem Misthaufen der Geschichte war das Krisenmanagement gelandet. Die Folge war ein Krieg, der als der Krieg der Kriege tituliert worden ist. Angesichts seiner Dauer ist das keine Übertreibung, wegen seiner Verwüstungen und Verheerungen, der Zahl seiner Opfer, der Entfesselung der Gewalt ist das kein sinnloser Superlativ. 1636 zeigte sich der Barockdichter Andreas Gryphius fassungslos, um dann doch die Worte zu finden: „Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret.“ Die Verheerung betraf die Landschaften, betraf Leib und Leben, suchte das Gewissen heim. Das Stück Fleisch, das eine hungernde Mutter den Kindern zukommen ließ, hatte sie aus der Leiche des Vaters geschnitten. So hat es nicht einmal Grimmelshausen erzählt, aber Ricarda Huch. 

Dennoch, dieser Krieg zeichnete sich nicht so sehr ab wie in den Krisenjahren zuvor. Es lief nicht zwangsläufig auf ihn hinaus, wie es das Schulwissen will, das aggressive Feindschaft und militante Frontstellung der Konfessionen im Kopf hat und als Kriegsgrund aufsagen kann. Nicht von ungefähr betont der Berliner Politologe Herfried Münkler die Unterscheidung von Anlass und Ursache, und wenn er diese von dem Griechen Thukydides bezieht, dem Urheber dieser Unterscheidung, so greift er im Folgenden die Darstellung Friedrich Schillers auf. 

Dessen „Geschichte des Dreißigjährigen Krieges“ nannte die politischen Konflikte in den Jahrzehnten zuvor, unbedingt den konfessionell aufgeladenen Erbfolgestreit um das Haus Jülich-Kleve-Berg. Doch so ausgeprägt aller böse Glaubensstreit, die Auffassung, der Krieg sei eine unabwendbare Folge der Glaubensspaltung gewesen, lässt sich so glatt nicht behaupten. Verfehlt wäre eine simple Herleitung, gefragt ist eine Darstellung, die deutlich machte, wie sehr machtpolitische Konflikte von Glaubensfragen grundiert oder dominiert wurden, was den Spannungen eine besondere Dynamik verlieh und die Konflikte schließlich eskalieren ließ. 
Ebenso nobel, dass Münkler die wahrhaftig große Geschichtserzählung Ricarda Huchs heranzieht, die nahelegt, wie man „unmerklich“ in die Katastrophe schlitterte. Nicht notwendig, nicht unabdingbar, unmerklich. Worauf es hinauslief, war nicht absehbar, ging nicht einmal den Akteuren auf. „Der Krieg schleicht sich ein“, so Münkler – ging also auch dieser Krieg auf das Konto von „Schlafwandlern“ (wie es Christopher Clark für den Ersten Weltkrieg analysiert hat)? 

„Wenn je ein Krieg vermeidbar war, dann dieser“, hält der Historiker Johannes Burkhardt fest, der sich jahrzehntelang mit dem Thema beschäftigt hat. Mit Münkler ist er sich einig, wie sehr dieser Krieg das „unbeabsichtigte Ergebnis eines leichtfertigen Spiels“ war. Deshalb fehlte auch der Wille, den Krieg durch entschiedene Friedensanstrengungen zu verhindern. Dass es ein hochkomplexer Krieg war, machte die Herausforderung umso komplizierter, handelte es sich doch um einen Freiheitskrieg, Wirtschaftskrieg, Mächtekrieg, dessen Auslöser, grundiert von verbissenen Feindseligkeiten zwischen Katholiken und Protestanten, ein Verfassungskonflikt war. 

Der Kompromiss zwischen den Religionen war seit dem Frieden von Augsburg, 1555, ein heikel ausbalanciertes Nebeneinander, die noch unfertigen Staaten bemühten sich um eine labile Balance der Mächte, sowohl innen- als auch außenpolitisch. Der katholische Kaiser hatte den Böhmen religiöse Selbstständigkeit und politische Autonomie zugesichert, die böhmischen Stände, Fürsten, Ritter und Städte, konnten sich auf den Majestätsbrief des Habsburgers berufen, auf Toleranz beim Kirchenbau, bei der Glaubensbildung in eigenen Schulen, an den Universitäten, auf Ausübung des eigenen Glaubens, angefangen im Alltag. Insofern war das anmaßende Auftreten der kaiserlichen Statthalter, die für 200 Delegierte ein durchschaubar religiös motiviertes Versammlungsverbot verhängten, ein Affront. 

 Dreißigjährige Krieg wird nicht als Religionskrieg angesehen

In dem aufgeheizten Klima war das eine Ungeheuerlichkeit, die die religiöse Identität berührte. Dass in einem solchen Klima jeder Konflikt nach einer religiösen Begründung gierte, ist naheliegend. Umso verwunderlicher, dass der Dreißigjährige Krieg gelegentlich nicht als Religionskrieg angesehen wird. Schon 1992 spottete daher Johannes Burkhardt „über neuere Forschungstendenzen, die Religion möglichst aus diesem Krieg hinauszukomplimentieren“. 

Unbestritten, dass ihn Faktoren wie eine extreme Hungerkrise als Folge einer Kleinen Eiszeit begünstigt haben. Kaiser und Reich waren mit vielerlei Problemen konfrontiert, „Steuerungsproblemen“ (Schmidt), die ein neues Verwaltungswesen mitbrachte, eine sowohl gerechtere als auch gewöhnungsbedürftige Gerichtsbarkeit. Neue Mächte walteten, Verunsicherung allerorten. Und kaum ein Konflikt, der nicht mit den Mitteln der Propaganda geführt wurde. Das Flugblatt war nicht nur ein Medium der Aufklärung, sondern der gezielten Desorientierung. In den Krisenjahren vor dem Krieg hatten Verschwörungstheorien und Fake-News Hochkonjunktur. Beherrscht wurde der Alltag durch ein Klima der Angst. In den Köpfen Hirngespinste, die grässlichsten tobten sich aus im Hexenwahn. 

Zur Mentalitätsgeschichte am Übergang in den Krieg gehört, dass die erste Kampfhandlung, die zwei Monate später, im Juli um die Stadt Krummau ausgefochten wurde, allgemein gleichgültig ließ – ganz im Gegensatz zu einem Ereignis im Herbst 1618. Der Himmel hatte ein Zeichen gesendet, einen Schweifstern. Auf den Kometen, so ist es oft beschrieben worden, reagierten die Menschen panisch. Postwendend traten Prediger auf den Plan, um den Schweifstern als Menetekel zu deuten, als göttliches Strafgericht. Der Krieg schien damit bestätigt, weitere Kriege angekündigt, mit ihm Hunger und Pest, die apokalyptische Trias. Der Krieg schien eine Etappe im Heilsgeschehen, und was schon war ein Krieg, gemessen am Weltende, was galt noch ein Friedensschluss, gemessen am Jüngsten Gericht? 

Der Komet löste eine „Massenhysterie“ (Schmidt) aus. Aufgeladen, wie die Atmosphäre seit Jahrzehnten bereits war, in der die „hasserfüllten und kompromisslosen Kontroversen der Theologen die Gläubigen ängstigten und die Ungewissheit steigerten“ (Schmidt), bestätigte die Himmelserscheinung nur zu deutlich die irdische Lage. Es war das Jammertal, heimgesucht von der „unheilvollen Dreieinigkeit“ (Burkhardt) Krieg, Hunger und den biblischen Plagen, gehörte die Gegenwart, so wiederum Schmidt, „bereits der Endzeit.“

Aneinanderreihung von Grausamkeiten

Der Komet stand sichtbar über weiten Teilen Europas. Wer glaubte – und wer tat es nicht, beunruhigt durch Pfarrer, die sich mit düsteren Drohungen wahrhaftig nicht bedeckt hielten – tat es in Erwartung der apokalyptischen Reiter. Das war die Lage, in der der Krieg auf böhmischem Boden in das zweite Jahr ging, sich ausweitete auf weitere Territorien, zunächst die Pfalz. Im Laufe von dreißig Jahren taten sich die Menschen Dinge an, „die sie vorher nicht getan hatten“, schreibt Schmidt lapidar. Das Lapidare ist wie geschaffen für die Andeutung unvorstellbarer Schrecken. Und insofern ist der Dreißigjährige Krieg eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten, die unvorstellbar lapidar begangen wurden, wie selbstverständlich. Vergewaltigung, Mord, Kannibalismus. 

Nicht von ungefähr zeigte der Barock diesen Krieg als eine selbständige Macht, als einen „eigenen Akteur mit einem eigenen Willen, den er gegen die Willen der Kriegsführenden einsetzte“ (Münkler). Auch deswegen ist dieser Krieg immer wieder als der Krieg der Kriege bezeichnet worden, so auch jetzt erneut von Johannes Burkhardt. Um der Fassungslosigkeit einen Ausdruck zu verschaffen, um Mitleid oder Erbarmen zu erwirken, entwickelte sich die Geschichte dieses Krieges zu einer Großen Erzählung der Klage. Die „kumulative Kriegsgewalt“ (Burkhardt) löste einen „,Superlativ des Entsetzens‘“ aus, „weil die Klagenden ansonsten kein Gehör mehr fanden“, so Schmidt. 

Dieser Krieg wurde zum Trauma schlechthin. Seine verheerenden Dimensionen können kaum überbewertet werden, als Urkatastrophe ist er beschrieben worden. Ohne Elend, nackte Not, Hunger, „sexistische Dauergräuel“ und „serielle Gewaltorgien“ (Burkhardt), Entvölkerung und Massenflucht in irgendeiner Form relativieren zu wollen, macht auch Schmidt plausibel, dass die entsetzlichen Superlative durch eine „Kampagne“ des 19. Jahrhunderts im kulturellen Gedächtnis der Deutschen verlebendigt wurden. Das Trauma ist das Ergebnis einer sowohl patriotischen als auch protestantischen Meistererzählung, die den Krieg zum „deutschen Alleinstellungsmerkmal“ stilisierte, zum deutschen Martyrium, zur deutschen Opfererzählung, aus der sich eine Mission ergebe. Das war dann der preußische Sendungsauftrag. 

Die Darstellungen des Dreißigjährigen Krieges vertieften den österreichisch-preußischen Dualismus, den Zwist zwischen Habsburgern und Hohenzollern. Getrieben vom preußischen Sendungsbewusstsein, so Schmidt bissig, fiel das Gedenken im deutschen Revolutionsjahr 1848 „martialisch aus: Die Inszenierung folgte den Mustern des Alten Testaments“. Eine erneut religiös motivierte Aufladung der Geschichte setzte sich durch: „Der Krieg als Zeit der Reinigung und Läuterung und das folgende Dahinsiechen als letzte Probe vor der Erlösung, dem Gelobten Land des Nationalstaates.“ 

Ein Vabanquespiel mit Endzeitstimmungen zum 200. Jahrestag des Westfälischen Friedens. Aus der heutigen Rückschau kann man die Etappe einer aggressiven Politik festhalten, mit verheerenden Folgen im 20. Jahrhundert für ganz Europa. „Die Urkatastrophe und das Trauma des deutschen Volkes schuf erst die Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts“, schreibt Schmidt. Die Lehren, die man aus der Beschäftigung mit diesem Krieg ziehen könnte, bestehen darin, dass dieses Lehrstück extrem instrumentalisiert wurde. Seine Lehren wurden „zum politischen Argument“. Mit der „Kaperung und Borussifizierung der deutschen Vergangenheit“ wurde der Westfälische Friede von 1648 zu einem Siegfrieden fremder Mächte stilisiert. Nicht das bis dahin beispiellose zivilisierende Moment des Friedensschlusses wurde in den Vordergrund gestellt, sondern das Vertragswerk von Münster und Osnabrück als Ursache politischer Ohnmacht und Unterdrückung gewertet – ein Narrativ, das 1919 wiederbelebt wurde, in der Bewertung des Vertrags von Versailles. 

Die auf den Prager Fenstersturz folgenden dreißig Kriegsjahre hatten ihre eigene Wirklichkeit. Damit soll gesagt sein, dass sich, mag das eine oder andere wieder auftauchen in heutigen Kriegen, nur schwer politische Handlungsanweisungen unmittelbar ableiten lassen. Welche auch, eine pazifistische oder eine preußische? Münkler ist da nicht unoptimistisch, er nennt ein politisch-strategisches Denken, ein Denken, das juristische und moralisch Verabsolutierungen einzuhegen weiß.

Die Akteure im Mai 1618 verkannten die Brisanz der Lage, das Ausmaß dieses Krieges, den Absolutismus seiner Gewalt. Man könnte von einer infamen Intrige des Krieges sprechen, dass er nicht mit voller Wucht einsetzte, sondern sich, als sollte man sich an ihn gewöhnen, eher behäbig ausbreitete. Die Politik machte eigentlich keine Politik, sondern schmiedete Ränke. Hüben wie drüben machte man keine Zugeständnisse, den protestantischen Ketzern nicht, den katholischen Teufeln nicht.

Viel Mutwille war im Spiel, in der Tat fehlte die strategische Weitsicht. Burkhardt, der die Rolle des Emeritus aufgibt, konstatiert insbesondere ein Versagen der Theologen in einem „so freigiebig mit dem Teufel hantierenden Zeitalter“. Wäre es also nicht die Stunde der „Dämonisierung des Krieges“ anstelle seiner Verklärung als Gottesgericht gewesen? Beide Parteien engagierten Militärs, Spezialisten, für die der Krieg ein wahrhaftig gefundenes Fressen war, ein Geschäftsmodell, das Recht, Regeln und Rituale außer Kraft setzte. 

Der Fenstersturz

Innerhalb der Vorgeschichte ist der Fenstersturz wegen seines tragikomischen Verlaufs nicht ohne Ironie erzählt worden, schon von Schiller oder Ricarda Huch. Dass dieser Fenstersturz unmittelbar ausgeschlachtet wurde, als Aufstand gegen eine Fremdherrschaft, als heroischer Widerstand der Böhmen oder aber als dreistes Komplott gegen Wien, ja als Krawall gegen die Reichseinheit, lässt viele Schlussfolgerungen zu. Eine darunter, dass Radikale auf beiden Seiten die besonnenen Stimmen verstummen ließen.

C.V. Wedgwood hat in ihrem suggestiv erzählten Werk, das 1938, am Vorabend des Zweiten Weltkriegs erschien und seitdem viele Auflagen erlebt hat, eine von „Argwohn aufgeladene Atmosphäre“ anschaulich gemacht. Diese machte für vieles blind. Wedgwoods resolute Darstellung ist deswegen aufschlussreich, weil sie ein Klima aus Hass und Verbitterung sowie einer Neigung zur Polarisierung und zu maßlosen Übertreibungen beschreibt. Wenn das nicht zu denken gibt, heute. 

Johannes Burkhardt hat schon vor fast dreißig Jahren auf ein Meinungsklima der Gewalt hingewiesen. Zu den „kriegsbegünstigenden Effekt(en)“ in einer „konfessionell-militanten“ Kultur“ gehörte die simple Unterscheidung in Gut und Böse. Feste und Feiern waren gekennzeichnet von aggressiven Ritualen, der Alltag von einer verletzenden Sprache. Die Frühe Neuzeit war geprägt von struktureller Intoleranz, die Staatsbildung noch unfertiger, labiler Staaten von einer feindseligen Identitätsbildung. Der politische ebenso wie der theologische Disput wurde beherrscht durch Verletzung, Verleumdung, Vernichtungsphantasien, bis hin zur Ausrottung. 

Burkhardt machte schon 1992 auf ein anderes Datum aufmerksam, das Hundertjahrjubiläum im Oktober 1617, mit dem die Thesenaufstellung Martin Luthers gefeiert wurde. Das Jubelfest, das eine beträchtliche Produktion an Flugschriften, Büchern, überhaupt Medien hervorbrachte, verstärkte den „geistigen Rauffhandel“. Die Animositäten, die auf beiden Seiten vorhanden waren, die Aggressionen, die hier wie dort auf Lager waren, wurden scharf gemacht. Lutheraner, Calvinisten und Katholiken ließen keine Gelegenheit aus, den Konflikt zu suchen, für den sich bei jeder Gelegenheit eine religiöse Legitimation fand. 

Zur fanatischen Grundierung sämtlicher Konflikte gehört, dass dieser ungeheuerliche Krieg nicht hätte losgetreten werden können, wenn ihm nicht ein bösartiger Propagandakrieg vorangegangen wäre, ein Medienkrieg.

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