Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Robbie Shakespeare bei einem Auftritt 2018.
+
Robbie Shakespeare bei einem Auftritt 2018.

Nachruf Robbie Shakespeare

Zum Tod von Robbie Shakespeare: Magier des Dub-Sounds

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
    schließen

Mit Sly Dunbar prägte Robbie Shakespeare den Popsound der achtziger Jahre. Nun ist er mit 68 Jahren gestorben.

Ende der 1970er Jahre kam sogar Serge Gainsbourg, das Enfant terrible des französischen Chansons, auf die Idee, ein Reggae-Album auf Jamaika aufnehmen zu lassen. Sly Dunbar und Robbie Shakespeare, die zu dieser Zeit für viele angloamerikanische und europäische Musiker Schützenhilfe bei Produktionen leisteten, waren sich zunächst nicht sicher, ob das tatsächlich der Mann war, der mit Jane Birkin den anrüchigen Klassiker „Je t’aime“ gesungen hatte. Das Ergebnis aber wurde schließlich zu einem der erfolgreichsten Reggae-Alben überhaupt.

Für Sly Dunbar und Robbie Shakespeare war die Zusammenarbeit nur eine unter vielen. Sie waren gefragt bei so unterschiedlichen Stars wie Mick Jagger, Herbie Hancock, James Brown, Joe Cocker, Grace Jones, Yoko Ono, Sting und anderen. Das lag vor allem an deren Weiterentwicklung der sogenannten Dubs, eine Produktionsweise, in der Elemente von Roots-Reggae-Songs als Rohmaterial verwendet, mit Effekten versehen und neu abgemischt werden. Robbie Shakespeares unverwechselbares Bassspiel ist charakteristisch für ganz viele Musikstile der frühen 80er Jahre.

Bob Dylan etwa buchte die Dienste der beiden Musiker aus Kingston nach dem Abklingen seiner Gospel-Phase 1983 für sein Album „Infidels“, das mit Stücken wie „Jokerman“ und „Licence To Kill“ stark vom Dub-Sound geprägt ist.

Geprobt wurde nicht

Eingerahmt von den Gitarren-Genies Mark Knopfler und Mick Taylor verliehen sie dem Album eine besondere, sehr modern klingende Note. Geprobt wurde nicht. Als sie ins Studio gekommen seien, erinnerte sich Shakespeare, seien sie auf Dylan getroffen, der ein Mundharmonika-Gestell am Hals hatte und sie aufforderte, umgehend zu beginnen. Die Songs des Albums sollten sie auf diese Weise nicht lernen, sondern intuitiv begleiten.

Der 1953 in Kingston geborene Robbie Shakespeare brachte sich früh das Bassspiel bei und machte sich später auch als Keyboarder in vielen Studioproduktionen einen Namen. Über die Zusammenarbeit mit Bob Marley und Peter Tosh, etwa in dem Stück „Stir It Up“, traf er auf Sly Dunbar, mit dem er schließlich das Duo The Riddim Twins bildete. Als Sly & Robbie trugen sie dann nicht nur zur Sound-Verdichtung auf den Alben vieler Kollegen bei, sondern spielten fortan auch eigene Alben ein.

In Deutschland wurden sie in der Blütezeit des Reggae durch ihren legendären gemeinsamen Auftritt 1981 im WDR-„Rockpalast“ mit der Band Black Uhuru bekannt. Das letzte gemeinsame Album haben Sly & Robbie 2004 unter dem Titel „Version Born“ aufgenommen, 2015 aber waren sie noch einmal gemeinsam mit dem norwegischen Jazztrompeter Niels Petter Molvaer auf Tournee.

Am Mittwoch ist Robbie Shakespeare in Florida an den Folgen einer Nierenerkrankung im Alter von 68 Jahren gestorben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare