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Enoch zu Guttenberg dirigiert.
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Enoch zu Guttenberg dirigiert.

Rheingau Musik Festival

Der Zorn Gottes und der Kirche

Enoch zu Guttenberg mit dem Orchester der Klangverwaltung und Bruckner in Kloster Eberbach.

Der zum runden Geburtstag verdoppelte Rheingau Musik Preis wurde am Donnerstagabend vorm Konzert in Kloster Eberbach an Enoch zu Guttenberg und seine Chorgemeinschaft Neubeuern verliehen: 10 000 Euro vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und zur Feier des Jahres noch einmal die gleiche Summe von der Stiftung des 30 Jahre alten Rheingau Musik Festivals.

Die Überreichung der Urkunden war mit dem gutgelaunten Herumtapern und Sich-Gruppieren einer größeren Gruppe sympathisch ungelenker Herren verbunden. So konnte man erneut erleben, wie das Festival große Summen, große Namen sowie große Publikumsmengen prima unter einen Hut bringt mit einer dafür immer noch verblüffend familiären Atmosphäre. Dass Guttenberg bereits gut zwei Dutzend Mal im Rheingau dirigiert hat, ist imposant. In bodenständigem Idiom bedankte sich auch ein Sprecher des staunenswerten oberbayerischen Laienchors, für den die Termine beim Festival Höhepunkte des Jahresprogramms seien.

Zum großangelegten Anton-Bruckner-Programm war auch das Orchester der Klangverwaltung München angereist, dessen Chefdirigent Guttenberg seit 1997 ist. Es schwieg zuerst aber stille. Der Chor, die Chorwand vorne in der Basilika, sang das a-cappella-„Ave Maria“, eine Herausforderung an Intonations- und (vermutlich zumal in der ausufernden Akustik) Konzentrationsvermögen, das gut gemeistert wurde. Die nicht immer ganz gehaltene Balance etwa der hochmotivierten Tenöre hatte einen eigenen, natürlichen Reiz.

Die Sängerinnen und Sänger aus Neubeuern liefern keine Konfektionsware. Erwartungsgemäß mit nicht mehr als einer Luftholpause leitete Guttenberg ins „Te Deum“ über, das hier eine robuste, aber nicht grobianische Wucht vermittelte. Es war gleichwohl so wuchtig, dass der Zorn Gottes und der katholischen Kirche durchaus auf die weltlich gestimmten Zuhörer herniederging und das erbetene Erbarmen dringend notwendig erschien. Unliturgischer und opernhaft zivil ging das Solistenquartett seinen Part an, Sopranistin Susanne Bernhard und Tenor Attilio Glaser, flankiert von der Mezzosopranistin Sahra Ferede und dem Bass Yorck Felix Speer.

Bruckners Vorstellung, dass man an die nicht mehr vollendete 9. Sinfonie sein „Te Deum“ anhängen konnte, trat also in umgekehrter Reihenfolge auf. Nach der Pause ging es hinein in die großen Flächen des 1. Satzes, ins quirlige Scherzo, ins nachgerade überirdische Adagio. Brillant, perfekt die schwer geforderten Blechbläser. Auch hier war ohnehin nicht die Darbietung derb, die Akustik aber nun doch. Sie verbreitete einen pompösen, aber dem Werk insgesamt doch nicht sehr zuträglichen Klang.

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